SachsenHitze begünstigt Borkenkäfer - trotzdem droht keine Plage

Trotz Hitze und schnellerer Entwicklung der Borkenkäfer bleibt die Lage in den Wäldern laut Sachsenforst entspannt. Warum eine neue Plage aktuell unwahrscheinlich ist.
Pirna (dpa/sn) - Die Hitzewellen in diesem Sommer haben die Entwicklung des Borkenkäfers begünstigt, dennoch ist die Lage in den Wäldern nach Einschätzung von Sachsenforst unproblematisch. Es sei eine "leichte und derzeit unkritische Populationszunahme beim Buchdrucker festgestellt" worden, teilte die staatliche Forstverwaltung auf Anfrage mit.
Die Käfersaison habe in diesem Jahr etwas später begonnen als 2025. Die Hitze habe dann jedoch dazu geführt, dass sich die Larven schneller entwickelten. Weil zudem die anhaltende Trockenheit den Bäumen zugesetzt und ihre Widerstandskraft geschwächt habe, sei die Gefahr eines Borkenkäfer-Befalls erhöht.
Andere Voraussetzungen als im Dürrejahr 2018
Dass dennoch keine Plage mit schweren Waldschäden wie in den Jahren ab 2018 drohe, habe mehrere Gründe: Im Winter 2017/18 hatten starke Stürme große Mengen Sturmholz hinterlassen, in denen die Borkenkäfer sich perfekt einnisten konnten. Zudem wurden damals vor allem Fichten in unteren Berglagen befallen. Diese Bäume seien nun weg - dadurch gebe es kein Potenzial für eine erneute Massenvermehrung mehr. Außerdem hätten die Waldbesitzer inzwischen mehr Erfahrungen im Umgang mit dem Borkenkäfer gesammelt.
Sachsenforst überwacht die Entwicklung des Schädlings. In gefährdeten Beständen werden die Bäume regelmäßig inspiziert. Mit Fallen an insgesamt 90 Standorten wird erfasst, wie die Käfer ausschwärmen. Zudem wird die Borkenkäfer-Entwicklung modelliert.
Werde ein Befall festgestellt, würden die betroffenen Bäume möglichst umgehend beseitigt, noch bevor Jungkäfer ausfliegen können. So solle ein weiterer Befall im Umkreis verhindert werden, erläuterte die Forstverwaltung.