SachsenLandtag unterstützt Bemühungen um Einstein-Teleskop

Mit einem unterirdischen Observatorium sollen neue Erkenntnisse über das Universum erlangt werden. Möglicherweise von der Lausitz aus.
Dresden (dpa/sn) - Der Sächsische Landtag unterstützt die Bewerbung der Lausitz als künftigen Standort für das geplante unterirdische Einstein-Teleskop. Die Koalitionsfraktionen von CDU und SPD stellten sich auf Antrag der Fraktion der Grünen ausdrücklich hinter das Engagement der Staatsregierung, teilte das Wissenschaftsministerium mit. Ziel ist es, ein unterirdisches Observatorium zu errichten, mit dem das Universum besser erforscht werden kann.
"Die Chance, das Einstein-Teleskop in die Lausitz zu holen, ist einmalig. Wenn dies gelingt, würde damit die erste Großforschungsinfrastruktur von europäischer Bedeutung mit weltweiter Strahlkraft in Ostdeutschland angesiedelt", erklärte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. Die Lausitz biete dafür "beste Rahmenbedingungen", so der CDU-Politiker.
Forschung zu schwarzen Löchern und dem Beginn des Universums
Beim Einstein-Teleskop handelt es sich um ein europäisches Projekt. Tief unter der Erde soll ein Observatorium in Form eines gleichseitigen Dreiecks entstehen. Damit können Gravitationswellen aus dem All gemessen und ausgewertet werden. Das Vorhaben gilt als entscheidender Schritt bei der Erforschung des Universums. Mit ihm sollen Forscher etwa die Kollision von schwarzen Löchern erkennen und Erkenntnisse über den Beginn des Universums erhalten.
Neben der Lausitz - einem Ort mit größter seismologischer Ruhe - werden noch zwei weitere Standorte dafür derzeit geprüft: die Mittelmeerinsel Sardinien sowie die Region Euregio Maas-Rhein im Dreiländereck von Deutschland (Nordrhein-Westfalen), den Niederlanden und Belgien.
Möglich ist jedoch auch, dass es eine Kombination aus zwei Standorten für das Einstein-Teleskop gibt, bei der es statt als Dreieck in zwei L-förmige Detektoren aufgeteilt wird. Nach Angaben der sächsischen Staatskanzlei könnte eine zwischen Sachsen und Sardinien geteilte Forschungsinfrastruktur einen "zusätzlichen wissenschaftlichen Mehrwert für Europa" schaffen. Der Freistaat und die italienische Region hatten erklärt, enger zusammenarbeiten zu wollen.