SachsenStreusalz wird knapp – manche Kommunen kämpfen mit Engpässen

Sachsens Streusalz-Vorräte schrumpfen wegen des eisigen und schneereichen Winters schneller als sonst. Was das für Kommunen und den Winterdienst bedeutet.
Leipzig (dpa/sn) - Die Streusalz-Vorräte werden in Sachsen wegen des anhaltenden Winterwetters mit Eis und Schnee immer knapper. Einschränkungen im Winterdienst auf größeren Straßen gibt es aber bisher nicht, auch wenn die Vorräte in den Landkreisen und kreisfreien Städten schneller schrumpfen als in den Vorjahren, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Erste Probleme gibt es aber in einigen wenigen Kommunen.
Ministerium: Kommunen selbst für Vorräte verantwortlich
Der Freistaat hat keine eigenen Streusalzlager und die Kommunen und Landkreise sind für die Beschaffung von Streusalz selbst verantwortlich, wie das Ministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung mitteilte. Die Kommunen orientierten sich dabei an Erfahrungswerten aus den Vorjahren, an ihren Lagerkapazitäten und an wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Daher könnten bei kleineren Lagern Engpässe schneller spürbar werden, insbesondere dann, wenn mehrere Kältephasen kurz hintereinander auftreten.
Zudem bevorzugten die Zulieferer bei hoher Nachfrage zunächst systemrelevante Infrastruktur wie Autobahnen und Flughäfen. Dadurch kann es laut Ministerium punktuell zu Verzögerungen bei der Belieferung kommen.
Dass die Vorräte schneller aufgebraucht würden als erwartet, sei somit weniger eine Frage von Sparzwängen als vielmehr vom Witterungsverlauf des aktuellen Winters abhängig, hieß es.
Engpässe und Einschränkungen im Winterdienst in kleineren Städten
So musste der Winterdienst unter anderem in Großenhain (Landkreis Meißen) und Lugau (Erzgebirgskreis) auf die Hauptverkehrsstraßen und Rettungswege reduziert werden. Dieser Winter mit häufigem Schneefall, Frost und Blitzeis habe zu einem außergewöhnlich hohen Streusalzverbrauch geführt, hieß es in Großenhain. "Wir haben so viel bestellt wie in den Vorjahren auch und überdies sind die Lagerkapazitäten begrenzt", sagte Oberbürgermeister Sven Mißbach (parteilos). Zuletzt habe es so viel Eisregen wie schon lange nicht mehr geben. "Wir warten auf die Nachlieferungen."
Keine Hilfe von Landkreisen für Kommunen - mit einer Ausnahme
Zwar haben die Landkreise eigenen Angaben zufolge noch ausreichende Streumittel in den Lagern, aber nicht genug, um betroffenen Kommunen auszuhelfen, bei denen es knapp wird. "Da kein Salznotstand auf den übergeordneten Straßen provoziert werden darf, kann den Gemeinden keine Zusage zu einer Weitergabe von Streusalz erteilt werden. Es muss zukünftig darauf geachtet werden, genügend Salzreserven vorzuhalten", hieß es vom Landratsamt Zwickau.
Auch andere Landkreise verbrauchten in diesem Winter derart viel Streusalz, dass nichts an andere Kommunen abgegeben werden könne. So wurden im Landkreis Leipzig bereits mehr als 4.000 Tonnen verbraucht. In den vergangenen zehn Jahren waren es im Durchschnitt etwa 3.000 Tonnen für die gesamte Winterperiode. Auch im Landkreis Mittelsachsen wurde bereits jetzt mehr als im gesamten Vorjahr benötigt.
Hilfe für Kommunen mit Engpässen gibt es dagegen vom Erzgebirgskreis. "Unsere Straßenmeistereien haben bereits anfragende Kommunen aus dem Erzgebirgskreis mit Streusalz unterstützt. Aber jeweils unter der Maßgabe, den eigenen Winterdienst mit den vorrätigen Mitteln ordnungsgemäß durchführen zu können", hieß es von dort.
Wetterdienst: Winterwetter mit Eis und Schnee hält noch an
Die Wetterlage bleibt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch in der ersten Winterferienwoche in Sachsen angespannt. Es müsse weiterhin mit Glätte gerechnet werden, sagte ein Meteorologe. Die Temperaturen würden tagsüber zwar leicht ansteigen und es taue etwas, aber nachts herrsche landesweit Frost und es werde wieder gefrieren.