SachsenSüdwestsachsen soll Touristen-Magnet werden

Skisport, Gesundheit und Radfahren: Südwestsachsen setzt auf vielfältige Angebote. Der Masterplan für die Region soll die Lebensqualität der Einheimischen und den Tourismus stärken.
Dresden (dpa/sn) - Südwestsachsen soll stärker als bisher zum Touristen-Hotspot werden. Man wolle das Erzgebirge, das Vogtland und die Region Chemnitz-Zwickau zu einer "grenzüberschreitenden Reise- und Erlebnisregion im Herzen Europas"etablieren, sagte Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) nach der Kabinettssitzung in Dresden. Für die vom Wandel in der Autoindustrie geprägte Region existiert ein Masterplan.
120 Ideen für Projekte des Masterplans
Bisher seien bereits 120 Ideen für Projekte zusammengetragen worden, betonte Klepsch. Der Tourismus ist Teil davon. Ein Vorschlag betrifft ein Skisport- und Eventzentrum auf dem Fichtelberg. Das Areal um die Göltzschtalbrücke im Vogtland - sie gilt als größte Ziegelsteinbrücke der Welt - soll touristisch entwickelt werden. Ein weiteres Vorhaben zielt auf den Gesundheitstourismus in den Kur- und Erholungsorten der Region. Auch der Radtourismus ist im Blick.
Lebensqualität der Einheimischen soll durch Tourismus wachsen
Eine touristische Infrastruktur bringe immer auch eine Steigerung der Lebensqualität für die Menschen vor Ort, argumentierte Klepsch. "Wir wollen gemeinsam mit ihnen dafür sorgen, dass die Stärken der Region sichtbar werden und daraus neue Chancen entstehen. Welche Rolle der Tourismus als Wirtschaftskraft spielt, zeigt allein die beeindruckende Zahl von 190.000 Menschen, die in ganz Sachsen direkt und indirekt vom Tourismus leben."
Tourismus ist wichtiger Wirtschaftsfaktor
Klepsch zufolge weisen Untersuchungen für Sachsen einen touristischen Umsatz von rund 9,8 Milliarden Euro aus. Allein für das Erzgebirge werde ein Bruttoumsatz von etwa 935 Millionen Euro pro Jahr ausgewiesen. Er sichere dort etwa 20.000 Menschen Lohn und Brot. Die Tourismusbranche im Vogtland stehe mit einem Umsatz von 356 Millionen Euro zu Buche und bringe knapp 9.000 Menschen ein Einkommen.
Hohe Zufriedenheitswerte der Gäste im Erzgebirge und Vogtland
"Dass die Qualität der Angebote stimmt, beweist die hohe Gästezufriedenheit", hieß es. Das Erzgebirge erreicht 86,4 Punkte und das Vogtland 85,8 Punkte im Zufriedenheitsindex. Die Skala reicht bis 100 Punkte. Die Region, die vor allem für Wintersport und Wandern bekannt ist, will angesichts des Klimawandels künftig verstärkt auf Ganzjahrestourismus setzen. Ein Förderprogramm des Landes soll dabei Unterstützung leisten.