SachsenUmweltminister warnt vor anhaltender Trockenheit trotz Regen

Die Pegel sinken weiter: 60 Prozent der Flüsse in Sachsen führen Niedrigwasser, Grundwasserwerte fallen. Warum Regen die Lage kaum verbessert.
Dresden (dpa/sn) - Es regnet immer wieder, doch die Trockenheit bleibt: Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch warnt vor einer trügerischen Wahrnehmung der Situation. "Wir müssen uns bewusst machen, dass die Dürre kein kurzfristiges Ereignis, sondern eine strukturelle Herausforderung ist", sagte der CDU-Politiker laut einer Mitteilung. "Der Regen vom Wochenende täusche über die tatsächliche Lage hinweg." Flüsse und Grundwasser seien auf historisch niedrigem Niveau.
Niederschläge können Niedrigwasser nicht lindern
Die Niederschläge der vergangenen Tage reichten nicht aus, um die tiefgreifenden Folgen der langanhaltenden Trockenheit zu mildern, wie eine Auswertung der aktuellen Pegelmessungen zeigt. Die Lage hat sich demnach an zahlreichen Fließgewässern und Grundwasserkörpern im Freistaat sogar verschärft. Bei 60 Prozent der ausgewerteten 150 Pegel herrscht Niedrigwasser, bei weiteren 25 Prozent ist die Niedrigwassermarke fast erreicht.
Auch beim Grundwasser liegen die Werte in Sachsen laut Daten des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie deutlich unter dem Durchschnitt. An 85 Prozent der 470 Messstellen lag der Grundwasserstand um durchschnittlich 57 Zentimetern unter den monatstypischen Werten. Im Juli 2025 lag die durchschnittliche Unterschreitung bei 38 Zentimetern an 85 Prozent der Messstellen.
Duschen statt Baden und nachts gießen
Von Breitenbuch mahnte zum Wassersparen. Das sei kein Zeichen von Verzicht, sondern von Verantwortung. Hilfreich ist es laut Ministerium, Geschirrspüler und Waschmaschinen nur voll beladen zu nutzen, zu duschen statt zu baden, Felder und Gärten nur nachts oder frühmorgens zu bewässern und dabei Regenwasser zu verwenden. "Jeder Liter, den wir heute nicht verbrauchen, hilft uns morgen, die Versorgung zu sichern", sagte von Breitenbuch.