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SachsenWolfsrisse in Sachsen: 108 tote Nutztiere im ersten Quartal

11.05.2026, 05:01 Uhr
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Immer wieder werden vor allem Schafe zur Beute von Wölfen. Wie viele Risse von Nutztieren in den ersten Monaten des Jahres gezählt wurden.

Dresden (dpa/sn) - In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind in Sachsen ähnlich viele Nutztiere von Wölfen gerissen worden wie im Vorjahreszeitraum. Die Schadensstatistik der Fachstelle Wolf beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zählte im ersten Quartal 108 tote Tiere. Von Januar bis März 2025 waren es 112 Schafe, Ziegen und andere Tiere, die von Wölfen getötet wurden.

Von den bislang gemeldeten 48 Schadensfällen werden 37 "hinreichend sicher" dem Wolf zugeschrieben. Darunter waren einige Fälle mit sehr vielen getöteten Tiere.

Attacken mit vielen toten Tieren

Im Februar wurden in Neißeaue im Kreis Görlitz 17 Schafe tödlich attackiert, zwei weitere Tiere wurden verletzt. Im Januar fielen neun Tiere in einem Gehege für Damwild in Doberschau-Gaußig (Landkreis Bautzen) dem Wolf zum Opfer. Im März starben nach einem Wolfsangriff im nordsächsischen Arzberg neun Schafe. Drei weitere Tiere wurden verletzt und ein Schaf gilt seit der Attacke als vermisst.

Im gesamten Jahr 2025 wurden 161 Wolfsattacken gemeldet, bei denen 431 Tiere getötet wurden.

Teils erfüllten die Halter die Mindestvorgaben für den Schutz ihrer Tiere, teils nicht. Bei Schafen und Ziegen müssen Elektrozäune mindestens 90 Zentimeter hoch sein und 2.000 Volt Spannung haben. Bei Festzäunen ist eine Höhe von mindestens 120 Zentimetern erforderlich. Die Einhaltung des Mindestschutzes ist die Voraussetzung dafür, dass Tierhalter nach Wolfsangriffen entschädigt werden.

Meiste Wolfsrisse im Herbst

Die meisten Wolfsrisse ereignen sich den Statistiken zufolge im Herbst, insbesondere in den Monaten September und Oktober. In dieser Zeit sind die Wolfswelpen ungefähr drei Monate alt und haben einen erhöhten Nahrungsbedarf.

Von den Weidetieren werden am häufigsten Schafe zur Beute von Wölfen. Gelegentlich werden auch Rinder und Ziegen gerissen. Zudem überwinden Wölfe auch immer wieder die Zäune von Wildgehegen und richten dort Schäden an. Voriges Jahr wurde zudem eine Katze dokumentiert, die einem Wolf zum Opfer gefallen war.

Sachsen gehört laut Daten des Bundesamtes für Naturschutz nach Brandenburg und Niedersachsen zu den wolfsreichsten Bundesländern. In Deutschland leben laut aktuellem Monitoring 219 Wolfsrudel, die meisten davon mit je 54 in Brandenburg und Niedersachsen sowie 35 in Sachsen. Dazu kommen bundesweit 43 Wolfspaare und 14 sesshafte Einzeltiere.

Quelle: dpa

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