ThüringenWaldbrandgefahr und Niedrigwasser - erneut heiße Tage

Mehrere heiße Perioden gab es in Thüringen in diesem Sommer bereits. Zudem ist es mancherorts sehr trocken. Welche Auswirkungen das auf die Waldbrandgefahr und die Wasserstände hat.
Erfurt (dpa/th) - Es wird erneut heiß in Thüringen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts (DWD) klettern die Temperaturen in den kommenden Tagen über 30 Grad Celsius. Die anhaltende Trockenheit macht sich dabei mit Blick auf die Waldbrandgefahr bemerkbar, aber auch bei den Wasserständen.
In Richtung Wochenende steigt die Waldbrandgefahr weiter, wie Thüringenforst mitteilte. Derzeit herrscht mit der zweithöchsten Stufe bereits eine hohe Gefahr in Ostthüringen sowie punktuell im Süden des Bundeslands. Bereits am Donnerstag werden Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet. "Dann dürfte in weiteren Landesteilen eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr auftreten", hieß es von der Landesforstanstalt.
In diesem Jahr gab es den Angaben nach bereits 36 Waldbrände in Thüringen. Dabei wurde demnach eine Fläche von 11,5 Hektar zerstört, also knapp 16 Fußballfelder. Allein in den vergangenen zwölf Tagen gab es vier Waldbrände.
So steht es um die Trinkwasserversorgung in Thüringen
Auch beim Grundwasser gebe es derzeit eine angespannte Situation, sagte ein Sprecher des Landesamts für Umwelt, Bergbau und Naturschutz. So zeigten knapp 250 der insgesamt 461 Grundwassermessstellen niedrige bis extrem niedrige Pegelstände.
Die Trinkwasserversorgung im Freistaat ist allerdings nicht gefährdet, auch wenn das Trinkwasser zu einem überwiegenden Teil aus dem Grundwasser gespeist wird. Der Grund: Die Gewinnung des Trinkwassers erfolgt meist aus tieferen Grundwasserschichten, die Wasserführung ist dort sehr viel beständiger. Außerdem reagierten diese Schichten deutlich träger auf das Niederschlagsgeschehen oder auf kurzfristige Dürren an der Oberfläche.
Der andere Teil des Trinkwassers stammt aus den Trinkwassertalsperren. Bei den Talsperren gebe es teils höhere, teils niedrigere Pegelstände im Vergleich zu vergangenen Jahren. Mit 60 Prozent des Stauzielinhalts verzeichnet etwa die Talsperre Leibis/Lichte laut der Landesgesellschaft Thüringer Fernwasserversorgung ihren niedrigsten Füllstand seit 2018. Das Volumen sei aber "kein Anlass zur Sorge", hieß es.
Dahingegen sei die Talsperre Neustadt oberhalb des mittleren Füllstandes der vergangenen Jahre gefüllt und der Füllstand der Talsperre Scheibe-Alsbach liege im Mittelwert der Vorjahre. Nach derzeitigem Stand werde davon ausgegangen, dass im weiteren Verlauf des Jahres weder eine Einschränkung noch eine Gefährdung der Wasserversorgung aus den Trinkwassertalsperren eintrete, hieß es von der Landesgesellschaft.
Landkreise können Entnahmen aus Gewässern verbieten
In einzelnen Orten kann die Lage aber unterschiedlich sein. In einem Ortsteil von Rudolstadt etwa sei die Trinkwassermenge aus den örtlichen Quellen deutlich zurückgegangen, teilte die Stadt mit. Um die Versorgung weiterhin sicherzustellen, seien alle Bewohner dort gebeten, ihren Trinkwasserverbrauch zu reduzieren und Wasser nur zu verwenden, wo es erforderlich sei - dabei gehe es etwa auch um die Gartenbewässerung. Die reguläre häusliche Nutzung sei davon nicht berührt.
Als Maßnahme bei Trockenheit oder Niedrigwasser können Landkreise und kreisfreie Städte Wasser-Entnahmeverbote verhängen. Während diese in einigen Regionen seit mehreren Jahren gelten, verhängen andere sie je nach Situation. Dabei sind die Regelungen und Ausnahmen unterschiedlich. Wasser aus Gewässern mittels Pumpen oder Schläuchen zu schöpfen ist vielerorts tabu, Handgefäße sind jedoch teils erlaubt.
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wird ab Samstag ein entsprechendes Verbot gelten, wie das Landratsamt mitteilte. Alle Wasserstände seien derzeit flächendeckend sehr niedrig. Teilweise hätten die Gewässer bereits kritisch niedrige Wasserstände erreicht - einzelne seien gar trockengefallen. Wenn die Regel nicht vorher aufgehoben wird, gilt das Entnahmeverbot bis 31. Oktober.