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ThüringenWeniger Verkehrstote in Thüringen, aber mehr Unfälle

17.04.2026, 12:20 Uhr
Bei-Verkehrsunfaellen-in-Thueringen-sind-im-vergangenen-Jahr-93-Menschen-ums-Leben-gekommen

Das Innenministerium hat die Verkehrsunfallbilanz für 2025 vorgelegt. 93 Menschen wurden bei Unfällen getötet, rund 7.500 zum Teil schwer verletzt.

Erfurt (dpa/th) - Mehr Unfälle im Straßenverkehr, aber weniger Verkehrstote, überhöhte Geschwindigkeit als Hauptunfallursache und Besonderheiten bei verschiedenen Gruppen von Verkehrsteilnehmern – das zeigt die vom Innenministerium vorgelegte Unfallbilanz für 2025. So wurden auf Thüringens Straßen im vergangenen Jahr knapp 52.000 Verkehrsunfälle gemeldet - 2,7 Prozent mehr als 2024. Dabei starben 93 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 96. Auffällig dabei ist: Junge Fahrer, aber auch Senioren sind häufiger an Unfällen beteiligt.

Unfallursachen

Die häufigste Ursache bleibt zu hohe Geschwindigkeit, fast ein Drittel der Unfälle ist darauf zurückzuführen. Mehr als jeder fünfte Unfall ist auf Vorfahrtsfehler zurückzuführen, in 12,6 Prozent der Unfälle spielte Alkohol als Ursache eine Rolle.

Ältere und junge Fahrer

Gezählt wurden knapp 13.400 Unfälle mit 41 Toten, an denen Fahrer im Alter von 65 Jahren an aufwärts beteiligt waren – ein Plus von 6,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Statistisch verunglückte alle sechs Stunden ein Verkehrsteilnehmer im Alter ab 65 Jahren. Zur Einordnung: Menschen ab 65 Jahren machen 28 Prozent der Thüringer Bevölkerung aus. "Hier müssen wir mit Prävention, Aufklärung und Kontrollen gezielt gegensteuern", erklärte Innenminister Georg Maier (SPD) und appellierte an die Älteren: "Fahren Sie nur selbst, wenn sie sich körperlich und gesundheitlich dazu in der Lage fühlen."

Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren waren an 8.263 Unfällen (plus 5,4 Prozent) mit 12 Toten beteiligt, alle acht Stunden verunglückte ein Jugendlicher dieser Altersgruppe. Der Bevölkerungsanteil dieser Altersgruppe liegt bei rund sechs Prozent.

Schulwegunfälle

Erstmals seit zehn Jahren kam es zu einem tödlichen Schulwegunfall. Im Oktober 2025 wurde ein achtjähriges Kind als Fußgänger auf dem Weg zur Schule beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst und getötet.

Rad- und Motorradfahrer

Elf Radfahrer kamen im vergangenen Jahr im Straßenverkehr ums Leben (2024: 12). Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern ging auf 1.855 zurück (2024: 1.940). Bei Unfällen mit Motorrädern, Mopeds oder Mofas starben 21 Menschen, drei mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern erhöhte sich um 164 auf 1.901.

Quelle: dpa

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