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ThüringenWie war die Honigernte in Thüringen?

28.09.2026, 05:02 Uhr
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(Foto: Alina Grünky/dpa)

Der Sommer im Freistaat war in diesem Jahr teils sehr heiß und trocken. Hatte das Einfluss auf die diesjährige Honigernte?

Erfurt (dpa/th) - Die Thüringer Imker ziehen für dieses Jahr eine gemischte Bilanz. "Die Frühtrachternte war gut bis leicht überdurchschnittlich", erklärte Fabian Liesch, Vorsitzender des Landesverbands Thüringer Imker. Die Sommerernte hingegen sei etwas schlechter als der Durchschnitt gewesen.

Der Honig, der bis zum 15. Juni geerntet wurde, wird als Frühtracht bezeichnet, wie der Fachmann erklärte. Im Frühjahr habe das Wetter mit Blick auf Feuchtigkeit und Wärme gut gepasst. In dieser Zeit hätten die Bienen vor allem den Nektar der Obstblüten und Raps im Angebot.

Im Sommer seien es vor allem Linde, Robinie, Sonnenblume oder Buchweizen. Die teils sehr hohen Temperaturen hatten Liesch zufolge keinen Einfluss auf die Qualität des Honigs - jedoch auf die Menge. Solange es genügend Wasser gebe, könne es auch bei sommerlichen Temperaturen gute Ernten geben. Denn um Nektar zu produzieren, brauchen viele Pflanzen gewisse Temperaturen. Doch vielerorts fehlte demnach das Wasser.

Mehr als im Bundesschnitt

Basierend auf einer Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei mit Sitz im rheinland-pfälzischen Mayen war die Ertragsmenge in Thüringen besser als im Bundesschnitt. Im Mittel konnten die Imker im Freistaat bei der Frühernte 26,9 Kilogramm Honig pro Bienenvolk nach Hause bringen, während es in ganz Deutschland 20,5 Kilogramm waren. Bei der Sommerernte waren es demnach 22,9 Kilogramm pro Bienenvolk - im Bundesschnitt hingegen 19,0 Kilogramm.

Vorbereitungen für den Winter

Bereits seit einigen Wochen finden laut Liesch die Vorbereitungen für den Winter statt. Die Völker werden demnach gefüttert, damit sie über den Winter kommen. "Normalerweise macht die Biene im Winter eine Brutpause", erklärte er. Dadurch gewännen die Völker zum einen Energie zurück. Andererseits werde die sogenannte Varroamilbe in ihrer Entwicklung gehemmt.

Die winzige Varroa-Milbe bereitet Imkern schon seit Jahren Kopfschmerzen: Sie saugt etwa den Bienen-Nachwuchs aus und kann für gestreifte Insekten gefährliche Viren und Bakterien übertragen.

Doch dadurch, dass die Winter immer wärmer würden, gebe es Völker, die durchbrüteten. Dadurch könnten sich allerdings auch die Milben weiterentwickeln. Das Ergebnis: Bereits im Frühjahr gibt es dann manchmal schon einen hohen Schädlingsdruck im Volk, wie er erklärte.

Etwa 3.000 Imker sind laut Liesch im Landesverband organisiert. Zudem gebe es rund 1.500 Imker, die nicht im Verband seien.

Quelle: dpa

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