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"Symphony of the Seas" Weltgrößtes Kreuzfahrtschiff ist bald fertig

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Die "Symphony" wird in der STX-Werft in St. Nazaire gebaut.

Sonja Gurris

In wenigen Wochen sticht die "Symphony of the Seas" in See. Dann ist sie das größte Kreuzfahrtschiff der Welt - mit einer ganzen Reihe von Superlativen an Bord. n-tv.de hat sich den Koloss in der Werft schon mal angeschaut.

Die "Symphony of the Seas" ist mit 6700 Passagieren das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Es wird in der französischen STX Europe Werft in Saint-Nazaire für die Reederei Royal Caribbean gebaut. Die Dimensionen sind kaum zu begreifen: 230.000 Bruttoregistertonnen, 16 Gäste-Decks, eine 2200 Personen starke internationale Crew, mehr als 2700 Gästekabinen, 362 Meter Länge.

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In wenigen Wochen ist das Schiff fertig, doch innen ist noch einiges zu tun.

(Foto: Sonja Gurris)

2000 Bauarbeiter, Handwerker und Dienstleister arbeiten derzeit unter Hochdruck, um die erste Passagierfahrt Ende März 2018 zu ermöglichen. Die Teppiche und Treppen sind mit Folien abgedeckt und die schicken Glastreppen sind zum Schutz noch mit Holzbalken belegt. An vielen Stellen hängen Kabel aus der Decke. Fast überall an Bord nimmt man Staub und den Geruch von frischer Farbe wahr. Dass sich hier schon bald 6700 Passagiere vergnügen werden, ist bei diesem Anblick undenkbar. Aber Raimund Gschaider, Associate Vice President Hotel Operations, erklärt: "In sechs Wochen ist das Schiff fertig. Wir sind absolut im Zeitplan". Der Österreicher, der seit mehr als 25 Jahren in der Kreuzfahrtbranche arbeitet, zeigt mit Stolz die großen Baustellen auf der "Symphony", die bald verschwunden sind. Denn dann kommt die komplette Crew an Bord, um noch vor der ersten Fahrt den Vollbetrieb zu proben.

"Das System zu lernen dauert Jahre"

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Auf der Brücke hat der Kapitän alles im Blick.

(Foto: Sonja Gurris)

Einer, der auch schon vor der Fertigstellung alles im Blick hat, ist Kapitän Rob Hamstead. "Wir kümmern uns hier auf der Brücke um die Navigation, die Stabilität und natürlich auch um mögliche Notfälle an Bord", erklärt der aus Seattle stammende Mann. Auch für einen langjährigen Kapitän mit mehr als 19 Jahren Erfahrung bei dieser Reederei ist dieser Kreuzfahrtriese eine Herausforderung: "Je größer das Schiff ist, desto mehr Herausforderungen gibt es für mich als Kapitän. Hier an Bord passiert ziemlich viel. Das System hier zu lernen dauert Jahre. Es ist eine nicht endende Lernerfahrung."

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Die Handwerker in der Werft arbeiten mit Hochdruck.

(Foto: Sonja Gurris)

Dutzende Bildschirme und Radare blinken. Auch ein großes "Fire Control System" für die Überwachung von Feuerausbrüchen an Bord ist zu sehen. Die Besatzungsstärke auf der Brücke variiert in drei Stufen, je nach Wetter- und Routensituation. Die Brücke der "Symphony" ist das Herzstück und eine riesige, hochgradig technisierte Schaltzentrale.

Außerdem entstehen derzeit "Neighborhoods" (deutsch: Nachbarschaften) wie "Boardwalk" und "Central Park". Neben diesen Besonderheiten an Bord gibt es auch Balkonkabinen, die keinen Meerblick, sondern "Schiffblick" haben. Ein Teil der Zimmer auf den oberen Decks ist U-förmig angeordnet. Damit gibt es insgesamt mehr Balkonkabinen, die allerdings in den öffentlichen Innenbereich mit Cafès und Läden gerichtet sind. Dennoch scheinen diese Kabinen bei Passagieren beliebt zu sein, denn viele sind bereits vorgebucht. Ob dieser Blick noch an eine Seereise erinnert, ist fraglich. Ruhig und idyllisch ist das sicher nicht. Da die meisten Passagiere nicht länger als sieben Tage an Bord sind, scheint diese Kabinenkategorie für viele dennoch kein Problem zu sein. 

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Kasinos sind auf den Schiffen von Royal Caribbean selbstverständlich.

(Foto: Sonja Gurris)

Gschaider meint, dass sich das Geschäftsmodel geändert habe: "Früher haben die Passagiere für eine Kreuzfahrt 1500 Dollar gezahlt, heute sind das nur noch 800 bis 900 Dollar und man bekommt zehn Mal mehr geboten. Früher wurde wenig an Bord offeriert und jetzt hat man mittlerweile auf dem Schiff noch so viele Sachen, die man machen kann. Dass man da ein bisschen Geld ausgibt, ist ganz klar."

Das Schiff als Attraktion

Damit die Reederei dennoch hohe Einnahmen generiert, stehen auf einem Deck viele Spielautomaten. Es ist ein richtiges Kasino, das gerade von US-amerikanischen Gästen auf anderen Schiffen gut genutzt wird. Bei der Reederei Royal Caribbean ist das Standard. Ebenso wie viele andere Aktivitäten an Bord, für die die Gäste zusätzlich Geld zahlen. Das Schiff ist die Attraktion der Reise. Die Destinationen sind zwar wichtig, aber stehen hier scheinbar nicht mehr im Vordergrund.

Bars, Restaurants, Shops, Shows und Superlative wie beispielsweise die längste Rutsche auf einem Kreuzfahrtschiff sollen die Gäste anlocken. Im großen Theater werden bald Broadway-Stücke wie "Hairspray" aufgeführt. Auch eine Eisbahn gibt es auf dem Schiff. Die "Symphony" ist ein Gegenentwurf zu den deutschsprachigen Schiffen von Aida und Tui Cruises "Mein Schiff", die zwar auf Erlebnisse auf dem Schiff setzen, allerdings auch die Destinationen nicht vernachlässigen, denn viele deutsche Kunden interessieren immer noch sehr für das Kulturerlebnis an Land.

In diesem Jahr kommen insgesamt 17 Hochseekreuzfahrtschiffe auf den Markt. Die "Symphony of the Seas" löst die "Harmony of the Seas" als bisher größtes Kreuzfahrtschiff ab. Auch Aida und Tui Cruises bauen derzeit an neuen Kreuzfahrtriesen. Die Nachfrage ist in der Kreuzfahrtbranche riesig. Megaschiffe wie die "Symphony" werden in Zukunft keine Seltenheit mehr sein. Doch bei all diesen Superlativen sollten sich Urlauber vor einer Buchung darüber Gedanken machen, wie und unter welchen Bedingungen sie reisen wollen. Die "Symphony of the Seas" von Royal Caribbean ist jedenfalls nicht für jeden Reisenden etwas. Allerdings ist die Devise "höher, schneller, weiter" auch anziehend für bestimmte Zielgruppen. Die Familiensuiten mit Vollausstattung für Eltern und Kinder ist jedenfalls schon für ein Jahr im Voraus ausgebucht - obwohl das Schiff noch nicht einmal fertig ist und für die vielen Handwerker in der Werft noch einige Arbeitsstunden anstehen.

Das Schiff fährt ab Ende März im Mittelmeer, ab Oktober 2018 in der Karibik.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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