Das kann jeder tunADAC rät zum Winter-Check: Was jetzt am Auto zu erledigen ist

Die Tage des Sommers sind gezählt, bald beginnt die kalte Jahreszeit. Wer keine Lust auf eine Autopanne hat, sollte dem ADAC zufolge schnellstmöglich ein paar neuralgische Punkte prüfen. Wir zeigen, was wichtig ist.
"Spitzenreiter bei der ADAC Pannen-Statistik ist bei kalten Temperaturen die leere Autobatterie", sagt Technik-Experte Werner Kerkow dem ADAC Württemberg. Fast 45 Prozent der registrierten Pannen ließen sich im Jahr 2025 auf die Batterie zurückführen. Eine krasse Zahl. Kerkow arbeitet im Stuttgarter Prüfzentrum des Automobilclubs. Er weiß aus Erfahrung: Unentdeckt bleiben zudem "oft defekte oder falsch eingestellte Beleuchtungsmittel und auch bei den Reifen wird es gefährlich". Zum Ende des Sommers sollten Autofahrer daher am besten schon an die bevorstehenden kalten Tage denken und vorsorgen. Fünf Stellen am Auto sind laut ADAC besonders wichtig.
Problem-Punkt 1: Die Batterie
Vor dem Winter ist ein Check des Wagens in einer Fachwerkstatt definitiv sinnvoll. Viele Anbieter haben dazu spezielle Bundles im Programm. Einige Dinge können Laien allerdings auch mit Hilfe spezieller Tools checken, den Ladezustand der Batterie beispielsweise. Für konventionelle Autobatterien gibt es ein Messgerät, das dabei hilft: das Multimeter. "Im Idealfall wird mit einem Multimeter eine Leerlaufspannung von etwa 12,8 V gemessen", heißt es beim Batteriehersteller Varta Automotive. Wenn die Spannung unter 12,4 V liegt, sollte Varta zufolge "die Batterie so schnell wie möglich wieder aufgeladen werden. Eine dauerhaft niedrige Ladung schadet der Batterie".
Noch etwas aussagekräftiger als ein reiner Spannungsmesser ist der Check mit einem Batterietester. Kleine 12-V-Batterietester werden direkt an die Batterie angeschlossen und können neben der Spannung unter anderem den Kaltstartstrom (CCA) beziehungsweise die Startfähigkeit beurteilen. Bei Amazon & Co. sind solche Geräte für vergleichsweise kleines Geld erhältlich.
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Problem-Punkt 2: Die Reifen
Nasse oder glatte Straßen sind ein Härtetest für Autoreifen, das ist kein Geheimnis. Um sicherzugehen, dass die Fahrten in der kalten Jahreszeit halbwegs rutschfrei ablaufen, sollte besser schon jetzt geprüft werden, ob die Profiltiefe der Reifen noch ausreicht. "Gesetzlich vorgeschrieben ist für Winterreifen nur ein Profil von 1,6 Millimeter, der ADAC empfiehlt aber aus Sicherheitsgründen mindestens 4 Millimeter", so der ADAC. Digitale Reifenprofilmesser sind schon für unter zehn Euro zu haben, aber nicht immer in Reichweite. "Wer kein Messgerät zur Hand hat, kann auch eine 2-Euro-Münze verwenden. Ihr goldener Rand ist vier Millimeter breit und sollte im besten Fall vollständig im Reifenprofil verschwinden", rät der ADAC.
Auch wichtig: Seit Herbst 2024 sind für winterliche Straßenverhältnisse nur noch Autoreifen zugelassen, die das Alpine-Symbol tragen. Viele ältere Reifenmodelle sind nicht damit ausgestattet, daher unbedingt checken, ob das Symbol an der Reifenaußenseite zu sehen ist. Ansonsten wandert jetzt dieser Punkt auf die persönliche To-Do-Liste: Vor dem ersten Wintereinbruch einen Satz neue Autoreifen mit Alpine-Symbol besorgen.
Problem-Punkt 3: Die Beleuchtung
Was ist wichtig, wenn es morgens später hell und abends früher dunkel wird? Genau, dass die Lichter am Auto funktionieren! Also, bitte einmal das Auto anlassen und sämtliche Lampen checken. Davon gibt es am Fahrzeug einige. Was Laien tun können (außer Warnleuchten im Cockpit im Blick zu behalten): Blinker setzen, Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht und Nebelscheinwerfer aktivieren, auf die Bremse treten, um das Bremslicht aufleuchten zu lassen. Auch das Rückfahrlicht sollte hell leuchten, sonst drohen Unfälle beim Ein- oder Ausparken. Neue Scheinwerferlampen gibt es bei Bedarf in Tankstellen oder in Online-Shops. Vor dem Kauf unbedingt nachlesen, welche Lampe zum Fahrzeug passt.
Problem-Punkt 4: Der Frostschutz
Logisch, bei zunehmend eisigen Außentemperaturen spielt früher oder später der Frostschutz eine entscheidende Rolle für das Fahrzeug. "Damit das Kühlwasser seinen Dienst auch im Winter verrichten kann, muss garantiert werden, dass die Flüssigkeit nicht gefriert", erklärt die Auto-Zeitung. "Der Frostschutz sollte bis -25 °C gewährleistet sein, um im Winter keine gefrorenen oder gar geplatzten Leitungen zu riskieren." Mit Hilfe eines Frostschutzprüfers können auch Auto-Laien testen, ob Handlungsbedarf besteht. Das Gerät zeigt an einer kleinen Skala an, bis zu welcher Temperatur das Kühlwasser im Motorraum gegen Frost geschützt ist.
Hinweis: Wichtig ist, dass der Test bei komplett ausgekühltem Motor gemacht wird.
Problem-Punkt 5: Die Türschlösser
Nichts ist ärgerlicher als ein eingefrorenes Türschloss, das sich bei frostigen Außentemperaturen plötzlich nicht mehr öffnen lässt. "Ältere Türschlösser sollten regelmäßig mit speziellen Pflegemitteln behandelt werden", rät die Autorevue aus Österreich.
Sinnvoll ist auch ein Türschloss-Enteiser für den Notfall. Der sollte allerdings nicht im Handschuhfach des Autos liegen, sondern in der Handtasche oder in der Jackentasche, schließlich muss er von außen auf das eingefrorene Schloss gesprüht werden. Zufrieren können auch Türdichtungen. Um das zu verhindern, sollten sie laut Autorevue "dünn einem speziellen Pflegemittel eingerieben werden." Auch Vaseline eignet sich, um die Dichtungen langfristig geschmeidig und eisfrei zu halten.





