Zinsen kassierenWie sicher ist Tagesgeld im Vergleich zu Aktien?

Aktien und ETFs bieten langfristig Renditechancen, gehen aber auch mit Kursschwankungen und Verlustrisiken einher. Für eine kurzfristig verfügbare Rücklage ist Tagesgeld daher häufig die ruhigere Alternative.
Wer an der Börse Geld anlegt, hat Chancen auf eine gute Rendite, geht dabei aber immer Verlustrisiken ein. Im schlimmsten Fall ist das investierte Geld komplett verloren. Das Guthaben auf Tagesgeldkonten hingegen unterliegt keinen Kursschwankungen. Das Geld bleibt verfügbar und wird verzinst. Mit aktuellen Aktionsangeboten sind dabei Zinsen von mehr als drei Prozent pro Jahr möglich.
Kann man auf dem Tagesgeldkonto Geld verlieren?
Tagesgeld unterliegt keinen Kursschwankungen wie Aktien oder Fonds. Zudem sind Einlagen innerhalb der EU grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich abgesichert. Bei Banken aus Ländern mit stabiler Bonität greift dieser Schutz zuverlässig.
Schwanken kann aber die Verzinsung auf dem Tagesgeldkonto. Tagesgeldzinsen sind meist variabel und können von Banken angepasst oder an bestimmte Bedingungen geknüpft werden. Bei Aktionsangeboten gilt der höhere Zins zudem häufig nur für einen festgelegten Zeitraum, anschließend greift der dann gültige Standardzins.
Inflation kann Erspartes schrumpfen lassen
Zu berücksichtigen ist außerdem die Inflation: Liegt sie über dem Tagesgeldzins, verliert das Guthaben real an Kaufkraft. Im August 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 2,9 Prozent. Damit das angelegte Geld also real nicht an Wert verliert, sollten Angebote bevorzugt werden, bei denen die Tagesgeldzinsen über der Inflation liegen.
Aktuelle Aktionen: So viele Zinsen sind im Herbst 2026 drin
Mehrere Banken locken derzeit mit Aktionszinsen oberhalb der jüngsten Inflationsrate. Unterschiede gibt es vor allem bei der Dauer der Zinsgarantie, der maximal verzinsten Einlage und den Voraussetzungen für den Aktionszins.
Consorsbank: 3,6 Prozent p. a. für fünf Monate bis eine Million
Mit 3,6 Prozent p. a. bietet die Consorsbank derzeit einen vergleichsweise hohen Aktionszins. Dieser gilt fünf Monate lang für Einlagen von bis zu einer Million Euro. Bei einer Anlage von 5.000 Euro über den gesamten Aktionszeitraum ergibt sich ein Zinsertrag von rund 75 Euro vor Steuern.
Bei allen Angaben zum Zinsertrag bitte berücksichtigen: Eventuell werden noch Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig.
Zinssatz: 3,6 Prozent p. a. für 5 Monate, danach variable (derzeit 1 Prozent p. a.)
Zinsgutschrift: vierteljährlich
Für Neukunden: Privatkunden, die in den letzten 6 Monaten keine Konten und/oder Depots bei der Consorsbank geführt haben
Aktionszins für Einlagen bis 1 Million Euro
Einlagensicherung: über Frankreich (A+-Bonität) für bis zu 100.000 Euro und den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollten sich etwa die Zinsen von den hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter sie nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.
Volkswagen Bank: 3,5 Prozent für sechs Monate
Etwas niedriger fällt der Aktionszins bei der Volkswagen Bank aus, dafür wird er einen Monat länger garantiert. Neukunden erhalten 3,5 Prozent p. a. für sechs Monate. Eine Obergrenze für die mit dem Aktionszins verzinste Einlage gibt es nach Angaben der Bank nicht. Bei 5.000 Euro Anlagekapital sind über sechs Monate rund 88 Euro Zinsen vor Steuern möglich.
Zinssatz: 3,5 Prozent p. a. für sechs Monate, danach variabel (derzeit 1 Prozent p. a. bei Online-Kontoführung)
Für Neukunden: Personen, die in den letzten 12 Monaten vor Antragstellung kein Tagesgeldkonto (Plus Konto) bei der Volkswagen Bank oder der Audi Bank unterhielten
Zinsgutschrift: monatlich
Aktionszins auf Einlagen ohne Obergrenze
Einlagensicherung: über Deutschland (AAA-Bonität) für bis zu 100.000 Euro und den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
Postbank: Neugeld-Aktion mit 3,2 Prozent Zinsen p. a. für sechs Monate
Eine etwas andere Aktion bietet die Postbank. Hier gibt es 3,2 Prozent Zinsen p. a. für sechs Monate auf Neugeld zwischen 2.500 und 250.000 Euro. Das Angebot kann damit auch für bestehende Tagesgeldkunden interessant sein, sofern das bestehende Konto bisher an keiner Aktion teilgenommen hat und zusätzliches Geld von außerhalb des Deutsche-Bank-Konzerns eingezahlt wird. Als Neugeld gelten Beträge, die sich vor Beginn des Einzahlungszeitraums am 14. September 2026 nicht auf Konten oder Depots der Deutschen Bank, Postbank oder Norisbank befanden.
Das Geld muss zwischen dem 14. September und dem 26. Oktober 2026 eingezahlt werden. Der Aktionszins gilt anschließend vom 1. November 2026 bis zum 30. April 2027. Bei 5.000 Euro Neugeld ergeben sich für diesen Zeitraum rund 80 Euro Zinsen vor Steuern.
Zinssatz: 3,2 Prozent p. a. für 6 Monate, danach variabel (derzeit 0,75 Prozent p. a.)
Zinsgutschrift: quartalsweise
Einzahlungszeitraum: 14. September bis 26. Oktober 2026
Aktionszins gilt: vom 1. November 2026 bis 30. April 2027
Anlagesumme: mindestens 2.500 Euro und maximal 250.000 Euro Neugeld
Voraussetzung: Einzahlung von Beträgen, die sich zuvor nicht auf Konten oder Depots bei der Deutschen Bank, Postbank oder Norisbank befanden
Einlagensicherung: über Deutschland (AAA-Bonität) für bis zu 100.000 Euro und den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
Fazit: Hohe Tagesgeldzinsen ohne Kursschwankungen
Für kurzfristig verfügbares Geld kann Tagesgeld derzeit eine Alternative zu Anlagen am Kapitalmarkt sein. Die drei Aktionen zeigen zugleich, dass nicht nur der Zinssatz entscheidend ist: Die Consorsbank bietet mit 3,6 Prozent p. a. den höchsten Aktionszins der drei Angebote, die Volkswagen Bank kombiniert 3,5 Prozent p. a. mit einer sechsmonatigen Zinsgarantie ohne ausgewiesene Anlageobergrenze. Bei der Postbank richtet sich die Aktion dagegen gezielt an Neugeld und bietet dafür ebenfalls sechs Monate lang einen festen Aktionszins. Welche Variante infrage kommt, hängt damit unter anderem von der Höhe der Einlage, dem gewünschten Anlagezeitraum und davon ab, ob die jeweiligen Neukunden- beziehungsweise Neugeldbedingungen erfüllt werden.