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Champions zeigen Dominanz Adesanya wird in UFC-Titelkampf zum "Undertaker"

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Für Jared Cannonier (r.) gab es kaum ein Herankommen an Champion Israel Adesanya.

(Foto: AP)

Während die beiden Champions im Feder- und Mittelgewicht dominant ihre Titel verteidigen, spielt sich die große Überraschung bei UFC 276 außerhalb des Käfigs ab. Israel Adesanya liefert erneut einen ikonischen Einlauf bei der MMA-Veranstaltung.

Die MMA-Großveranstaltung UFC 276 endet mit zwei dominanten Titelverteidigungen der amtierenden Champions. Im Federgewicht entschied Champion Alexander Volkanovski das dritte Duell mit Max Holloway beeindruckend für sich. Im Mittelgewicht setzte sich Israel Adesanya gegen Jared Cannonier durch - und zementierte mit einem ikonischen Einlauf in die ausverkaufte T-Mobile Arena in Las Vegas seinen Starstatus.

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Adesanya wird zum "Undertaker"- inklusive Urne.

(Foto: AP)

Der 32-jährige Adesanya (22 Siege - 1 Niederlage) hatte seine Kämpfe in der Vergangenheit bereits mit Tanzeinlagen eröffnet, bei seiner fünften Titelverteidigung gab er den Leichenbestatter. In den Händen trug Adesanya beim Gang zum Oktagon eine Urne mit "Jared"-Gravur, dazu einen schwarzen Hut, tief ins Gesicht gezogen - eine Anspielung auf die Wrestling-Ikone "Undertaker", dessen Musik auch im Hintergrund lief.

Die Leistung im Käfig war dann ebenso durchorchestriert wie der Einlauf. Im Kampf mit Cannonier (15 -5) diktierte der Champion das Geschehen in der ersten Runde deutlich und zeigte sein herausragendes Gespür für Distanz. Sowohl mit Leg Kicks als auch Jabs war Adesanya immer wieder erfolgreich, den Schlägen des Herausforderers wich der Nigerianer in gewohnter Lässigkeit aus. Die sonst so überraschende Explosivität Cannoniers verpuffte regelrecht.

Nachdem Cannonier auch in Runde zwei keinen Zugang in Kampf fand, konnte der 38-Jährige in Runde drei dann erstmals gute Treffer landen. Vor allem die Entscheidung immer wieder mit Adesanya in den Clinch zu gehen, sollte sich in dieser Runde auszahlen. Der Jab des Champions blieb aber eine herausragende Waffe, die den Herausforderer immer wieder überraschte.

Adesanya setzte auch in den Runden vier und fünf die besseren Treffer. Seine Verteidigung im Clinch wurde zudem besser, Cannonier fehlten die Mittel, um den Druck auszuüben. Einstimmig entschieden die Ringrichter zugunsten des Champions.

Volkanovski siegt beeindruckend in Titel-Trilogie

Das dritte Aufeinandertreffen zwischen Alexander Volkanovski (24-1) und Max Holloway (23-6) im Federgewicht wurde den hohen Erwartungen auch dieses Mal gerecht. Die ersten beiden Titelkämpfe konnte der Australier Volkanovski nicht ganz unumstritten für sich entscheiden, die Trilogie wurde zum taktischen Meisterstück des Champions in einem Duell zweier herausragender Boxer.

Holloway diktierte in Runde eins das Tempo und trieb seinen Gegner vor sich her, Champion Volkanovski landete mit Geraden die heftigeren Treffer. Nach den ersten fünf Minuten hatte der Herausforderer bereits mit einem kleinen Cut unter dem rechten Auge zu kämpfen, in Runde zwei landete ein Schwinger des Australiers an der linken Augenbraue Holloways - dieser Treffer hinterließ eine tiefe Schnittwunde.

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Volkanovski trifft ins Schwarze. Holloway bereits deutlich gezeichnet.

(Foto: AP)

In Runde drei zahlten sich erneut die Schnelligkeitsvorteile des Australiers aus. Holloway streute verstärkte Kicks in seine Angriffe mit ein, fing sich aber immer wieder Kontertreffer von Volkanovski ein. Mit einem eingesprungenen Knie konnte Holloway einen ersten starken Wirkungstreffer landen. Die mittlerweile fast gespaltene und blutende Augebraue beeinträchtigte die Sicht des US-Amerikaners jedoch stark.

Das Bild änderte sich auch in den letzten beiden Runden nicht. Volkanovksi landete mehr Treffer als sein Kontrahent und zum dritten Mal gingen beide Kämpfer über die volle Distanz von fünf Runden. Per einstimmigen Entscheid der Ringrichter blieb der Titel im Federgewicht beim Star aus Down Under. "Ich will aktiv bleiben", kündigte Volkanovski nach dem Kampf an. Der 33-Jährige wolle nun eine Gewichtsklasse höher um den Titel kämpfen. "Ich will den Doppel-Champion-Status", so der Australier, der zudem mit Charles Oliveira den Top-Anwärter auf den Titel im Leichtgewicht herausforderte.

O'Malley-Auftritt endet mit Doktorentscheid

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Eine "Show" lieferte Sean O'Malley gegen Pedro Munhoz nicht.

(Foto: USA TODAY Sports)

Den Auftakt der Hauptkämpfe bildete der Fight zwischen Veteran Pedro Munhoz (19-7) Sean "Sugar Show" O'Malley (15-1) im Bantamgewicht. Für den aufstrebenden und extrovertierten O'Malley war der Brasilianer der erste Gegner aus den Top-10 der Gewichtsklasse. Entsprechend vorsichtig agierten beide Kämpfer in der ersten Runde. Es entwickelte sich ein Mix aus Jabs und Leg Kicks, ohne dass einer der beiden Fighter dem Gegner wirklich zusetzen konnte.

In Runde zwei hielten beide an ihren zurückhaltenden Kampfstilen fest, ehe Munhoz nach einer Gerade die Finger von O'Malley ins Auge bekam. Munhoz wendete sich ab und bekam vom Ringrichter eine kurze Pause, um sich zu erholen. Der Ringarzt überprüfte anschließend die Sicht des Brasilianers, der eingestand, dass er auf dem rechten Auge nichts mehr sehe. Nach dieser Antwort brachen Herzog und der Arzt den Kampf ordnungsgemäß ab, da Munhoz nicht weiterkämpfen kann. Der Schlag wurde als unbeabsichtigtes Foul gewertet, der Kampf geht somit ohne Wertung in die Statistiken der Kämpfer ein.

Pereira knockt Strickland aus

Den ersten Knockout der Hauptkarte lieferte Bryan Barberena gegen den ehemaligen Weltergewicht-Champion Robbie Lawler mit einem stehenden TKO in der zweiten Runde. Der Kampf fand komplett im Stand statt, mit einem starken Barberena, der bereits in der ersten Runde weit über 100 Schläge austeilte. Das Ende kam in Runde zwei, als mehrere Ellbogenschläge Lawler ins Wanken brachte. Dies ist sicherlich der größte Sieg in Barberenas Karriere.

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Pereira knipst bei Strickland die Lichter aus.

(Foto: USA TODAY Sports)

Im Mittelgewicht-Duell zwischen dem US-Amerikaner Sean Strickland (25-3) und dem Brasilianer Alex Pereira (5-1) sollte sich entscheiden, wer als nächstes um den Gürtel der Gewichtsklasse kämpfen soll. Der erst vor 24 Monaten ins MMA gewechselte Pereira machte gleich in der ersten Runde kurzen Prozess. Nach 2:36 Minuten landete ein linker Haken des ehemaligen Kickbox-Champions an Stricklands Kinn, Pereira setzte mit zwei sauberen Schlägen gegen den taumelnden Amerikaner nach, ehe der Ringrichter den Kampf unterbrach.

Für Pereira könnte es nun zum Duell mit Champion Adesanya kommen - eine Art Wiedersehen der besonderen Art. Als Kickboxer war "Undertaker" Adesanya zum bislang einzigen Mal in seiner Profikarriere ausgerechnet gegen Pereira K.o. gegangen.

Quelle: ntv.de, mba

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