Ohne den TitelverteidigerDas sind die Favoriten in der DTM
An diesem Wochenende finden am Redbull-Ring in Österreich die ersten beiden Saisonrennen der DTM statt. In Abwesenheit des Titelverteidigers Ayhancan Güven werden sich wohl einige ehemalige DTM-Champions um den Titel streiten. Gefahren wird auf Reifen, die, speziell für die Rennserie, im Taunus von Pirelli produziert werden.
So ein Saisonfinale wie im letzten Jahr würden sich wohl alle Verantwortlichen der DTM wünschen. Anfang Oktober 2025 hatten noch acht Fahrer vor dem letzten Saisonrennen in Hockenheim die Chance auf den Titel. Am Ende wurde die Meisterschaft auf den letzten Metern durch ein spektakuläres Überholmanöver von Ayhancan Güven gegen Marco Wittmann entschieden. Der Türke wurde DTM-Champion und verwies den fast die gesamte Saison in der Gesamtwertung Führenden Lucas Auer auf Platz zwei. Der Österreicher im Mercedes-AMG ist - in Abwesenheit des Titelverteidigers Güven - wieder einer der Top-Favoriten und will 2026 seinen ersten Titel feiern. "Ich habe mich im Winter sehr intensiv vorbereitet, viel Zeit im Auto verbracht und an Details gearbeitet. Letztes Jahr war brutal - so viele Titelkandidaten bis zum Schluss. Aber das garantiert nichts. Wichtig ist, gut reinzukommen und von Anfang an sauber zu arbeiten", sagte Auer bei den Vorab-Tests.
Ein neuer alter Titelkandidat ist Kelvin van der Linde. Der Südafrikaner machte im letzten Jahr eine DTM-Pause, nach seinem zweiten Platz in der Meisterschaft 2024. Jetzt will er im BMW angreifen und hier den Titel holen: "Ich kenne das Auto gut aus dem letzten Jahr. Es war für mich wichtig, ein Jahr außerhalb der DTM zu fahren, das Fahrzeug kennenzulernen, Langstrecke zu fahren und das Umfeld zu verstehen. Das war sehr positiv: Wir hatten viel Erfolg, haben viel gewonnen. Aber mein größtes Ziel ist nach wie vor die DTM." Hier könnte er sich auch wieder mit seinem Titelkontrahenten aus dem Jahr 2024 duellieren. Der DTM-Meister von damals, der Italiener Mirko Bortolotti, ist in diesem Jahr unterwegs im brandneuen Lamborghini Temerario. Er gibt sich bei der Frage nach seinen Titelchancen aber sehr zurückhaltend: "Es ist viel zu früh, darüber zu sprechen. Wir müssen jede Runde nutzen, jede Testmöglichkeit. Die DTM ist extrem eingeschränkt, was Tests angeht. Was dieses Jahr möglich ist, wird die Zeit zeigen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir zu Beginn vorne mitmischen werden. Vor allem am Anfang wird es schwierig."
Ein eingespieltes Team, das sind inzwischen Manthey-Porsche und der Österreicher Thomas Preining, der sich auf den Auftakt auf seiner Heimstrecke freut: "Der Red Bull Ring ist perfekt für einen Saisonauftakt: viele Überholmöglichkeiten, spannendes Racing, wechselnde Bedingungen." Der Meister von 2023 war auch in den letzten beiden Jahren immer vorne mit dabei. Zur Meisterschaft hat es aber nicht gereicht, das soll sich in diesem Jahr ändern: "Das Feld ist extrem eng, daher muss immer alles perfekt passen. Es ist noch zu früh für Prognosen - wir werden Samstag sehen, wo wir wirklich stehen. Ich liebe es, hier zu fahren, und wünsche mir natürlich nichts sehnlicher als einen weiteren Heimsieg. Aber da haben einige Kollegen sicher etwas dagegen." Genauer gesagt, zwanzig. Darunter neben Rückkehrer Kelvin van der Linde auch noch vier Neulinge und andere bekannte Namen wie der ehemalige Formel 1-Pilot Timo Glock oder erfahrene DTM-Piloten wie Maro Engel und Marco Wittmann. Und wer ist der Top-Favorit? Da will sich keiner festlegen, auch Rückkehrer Kelvin van der Linde nicht: "Das ist extrem schwer vorherzusagen. Letztes Jahr hatten am Ende in Hockenheim sieben, acht oder sogar neun Fahrer Titelchancen. Da gibt es keine Garantien.
Unser Ziel ist es, ein sauberes Jahr zu fahren, möglichst fehlerfrei zu bleiben. Das sagt jeder Fahrer zu Saisonbeginn - umgesetzt ist es deutlich schwieriger. Wir schauen uns erstmal die ersten zwei Rennwochenenden an und sehen, wo wir stehen. Wichtig ist, mit einer realistischen Chance nach Hockenheim zu kommen." Bis dahin stehen erst mal sieben Rennwochenenden und vierzehn Rennen in Österreich, Deutschland und den Niederlanden an. Und alle hoffen auf eine so spannende Saison wie im letzten Jahr. Nur eines ist sicher: Eine Titelverteidigung wird es 2026 nicht geben.
Eine Zusammenfassung der acht Rennwochenenden sehen Sie jeweils am Sonntagabend um 19:15 und 23:15 Uhr bei ntv.
