Sport

Fataler Abfahrts-Sturz auf der StreifGrugger schwer verletzt

20.01.2011, 14:27 Uhr

Der österreichische Ski-Rennläufer Hans Grugger stürzt im Training für die Weltcup-Abfahrt auf der Streif im österreichischen Kitzbühel schwer. In der berüchtigten Mausefalle verliert er die Kontrolle und zieht sich massive Kopfverletzungen zu. Der 29-Jährige muss notoperiert werden.

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Hans Grugger verlor in der Mausefalle die Kontrolle. (Foto: REUTERS)

Der Österreicher Hans Grugger ist auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel schwer verunglückt. Zu Beginn des ersten und einzigen Trainings für die Weltcup-Abfahrt am Samstag verlor der Skirennfahrer aus Österreich in der berüchtigten Mausefalle die Kontrolle und schlug mit dem Kopf auf der eisharten Piste auf. Beim Aufprall flogen Brille und Stöcke davon, ein Ski ging zu Bruch. Nach dem Sturz rutschte Grugger den steilen Hang hinunter und blieb regungslos liegen. Sofort eilten Rettungskräfte zu ihm und leisteten Erste Hilfe. Nach längerer Behandlungspause wurde Grugger mit dem Hubschrauber abtransportiert.

"Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma, Brustverletzungen und war nicht ansprechbar", sagte Markus Aichner, Sprecher des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV). Nach der Einlieferung in die Uni-Klinik Innsbruck stellte der Leitende Unfallchirurg Professor Michael Blauth schwere Kopfverletzungen fest. "Es war ein entsetzlicher Sturz", sagte Günter Hujara, Renndirektor des Ski-Weltverbandes FIS. Grugger wurde von Neurochirurgen notoperiert. Nach dem mehrstündigen Eingriff hieß es seitens des Verbandes, Grugger habe die OP "gut überstanden". Vor weiteren Informationen wolle man aber zunächst den medizinischen Verlauf abwarten.

Trauma trotz Helms

ÖSV-Arzt Herbert Resch, der umgehend am Unfallort eintraf, zeigte sich verwundert, dass Grugger vor seinen Verletzungen nicht durch seinen Helm geschützt wurde. "Wir kennen sonst kaum Schädel-Hirntrauma-Verletzungen bei Skifahrern, wenn sie einen Helm tragen, aber es ist passiert. So muss man sich vielleicht fragen, ob die Helme ausreichend sind, oder ob es Schicksal war", sagte er. "Es gibt physikalische Grenzen", sagte Hujara über die Schutzwirkung von Helmen.

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Auch der Helm konnte Hans Gruggers schwere Verletzungen nicht verhindern. (Foto: dpa)

Kurz nach dem Sturz des 29-Jährigen war an der Strecke wieder diese beklemmende Stille zu spüren, für die der viel gerühmte Weltcup-Ort eben auch bekannt ist. Bangend um den Teamkollegen, setzten die anderen österreichischen Abfahrts-Asse nach der rund 30-minütigen Unterbrechung das Training auf der Streif fort. "Ich hab den Sturz gesehen - es war extrem schlimm zum Anschauen. Wenn du so etwas siehst, denkst dir schon: Soll ich mir das antun. Aber im selben Moment musst du das beiseite schieben, sonst brauchst gar nicht runterfahren", sagte Gruggers in dieser Saison dreimal siegreicher Teamkollege Michael Walchhofer, der als Zehnter ins Ziel kam.

Mario Scheiber (Österreich) sprach gar von "Angst" und nahm Tempo bei seiner Fahrt auf Rang zwölf heraus. "Ich wollte gesund ins Ziel kommen", sagte der 27-Jährige, bei dem der Sturz Gruggers "im Kopf drinnen war". Trainingsschnellster war der Schweizer Didier Cuche, der im Vorjahr Super-G und Abfahrt gewonnen hatte. "In Kitzbühel muss man aber immer bei null anfangen. Egal ob man schon gewonnen hat oder das erste Mal hier ist. Erst musst du den Berg besiegen und dann im Ziel schauen, was das für eine Zeit gibt", sagte der 36-Jährige.

Vonn dominiert in Italien

Beim Training für die Frauen-Abfahrt am Samstag im italienischen Cortina d'Ampezzo dominierte Olympiasiegerin und Weltmeisterin Lindsey Vonn aus den USA. Sie lag auf der Olimpia delle Tofane 1,37 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Julia Mancuso sowie 1,68 Sekunden vor Elisabeth Görgl aus Österreich.

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Lindsey Vonn war in Cortina d'Ampezzo die Schnellste. (Foto: dpa)

Maria Riesch, die im ersten Training die Bestzeit vor Mancuso und Daniela Merighetti aus Italien erzielt hatte, belegte diesmal mit 2,58 Sekunden auf Vonn Rang sieben. Gina Stechert aus Oberstdorf (3,64 Sekunden zurück) erreichte Rang 17, Viktoria Rebensburg (Kreuth) und Isabelle Stiepel (Mittenwald) die Ränge 38 und 46.

Quelle: dpa/sid