Problemfall statt HoffnungsträgerMöller mit Verschleiß
Ex-Nationalspieler Andreas Möller hat aufgrund der fehlenden Vorbereitung noch immer körperliche Probleme.
Bei seiner überraschenden Verpflichtung Anfang September war Andreas Möller beim Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt der große Hoffnungsträger. Nach nur sechs Spielen ist der "Frankfurter Bub" beim Aufsteiger allerdings der größte Problemfall. Trainer Willi Reimann wechselte den einzigen Star in der Frankfurter Mannschaft am vergangenen Samstag nach einer desolaten Leistung beim 2:0-Heimerfolg gegen den 1. FC Köln bereits nach 55 Minuten aus und mit der Hereinnahme des österreichischen Bankdrückers Stefan Lexa den Sieg ein.
Beim Pokalspiel gegen den Zweitligisten MSV Duisburg am Mittwoch wird Reimann seinem Regisseur aufgrund der Rückkehr des zuletzt gesperrten Ervin Skela wohl eine schöpferische Pause gönnen. "Er hatte zahlreiche Ballverluste im Mittelfeld. Lexa hat viel Druck über die Flügel gemacht und seine Chance genutzt", sagte Reimann.
Der Eintracht-Coach läuft derzeit Gefahr, mannschaftsintern an Glaubwürdigkeit zu verlieren, falls er den 36-Jährigen weiter von Beginn an aufbietet. Schließlich hatte Reimann bei der umstrittenen Verpflichtung Möllers deutlich gemacht, dass er "kein Problem" damit habe, den verdienten Welt- und Europameister bei mangelnder Leistung auf die Bank zu setzen. "Ösi" Lexa und auch Mehmet Dragusha erwarten deshalb aufgrund ihrer starken Auftritte die gleiche Unterstützung, wie sie zuletzt Möller erfahren hatte.
Möller selbst war indes frustriert über die erneute frühe Auswechslung und verweigerte seinem Trainer beim Verlassen des Platzes zunächst den obligatorischen Händedruck - und ließ seinen Chef mit ausgestreckter Hand einfach stehen. Nach Spielende und dem ersten Heimsieg wandelte der gewitzte Ex-Nationalspieler seinen Frust aber in Freude um und umarmte seinen Trainer herzlich.
Schließlich geht es für Möller vor allem darum, dass die Mannschaft den Ligaerhalt schafft, denn nur dann greift nach eigener Aussage sein Anschlussvertrag bei den Hessen als zukünftiger Assistent des Vorstands.
Der ehemalige Italien-Legionär von Juventus Turin hat aufgrund der fehlenden Vorbereitung noch immer körperliche Probleme. "Mit 36 Jahren sind natürlich Verschleißerscheinungen vorhanden", gibt der gebürtige Sossenheimer bei der Bewertung seiner Leistungsfähigkeit zu bedenken.
Nach dem starken Auftakt beim 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach vermissten die Frankfurter Anhänger vor allem den berühmten Möller-Turbo, auch die Fehlpässe häuften sich seit seinem Comeback im Oberhaus von Spiel zu Spiel.
Unterstützung erhält Möller in dieser schwierigen Phase unterdessen von Bernd Hölzenbein. Der Weltmeister von 1974 und langjährige Vizepräsident der Eintracht sieht zwar auch
"körperliche Probleme" beim ehemaligen Schalker und Dortmunder, doch das Hauptproblem sei die fehlende Qualität der Frankfurter Elf: "Ihm fehlt eine gewisse Bindung zu Mitspielern, die auch gut Fußball spielen können..."