Sport
Freitag, 16. Juli 2010

Trotz Dopingbeichte von Marion Jones: Staffeln erhalten Medaillen zurück

Die sieben Staffelkolleginnen von Dopingsünderin Marion Jones bekommen ihre bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewonnenen Medaillen zurück. Das entscheidet der Internationale Sportgerichtshof (CAS) mit Verweis auf die damals geltende Rechtslage.

Das Dauer-Doping von Marion Jones hat für ihre Staffelkolleginnen keine Folgen.
Das Dauer-Doping von Marion Jones hat für ihre Staffelkolleginnen keine Folgen.(Foto: dpa)

Die US-Leichtathletinnen behalten trotz der gedopten Marion Jones ihre beiden Staffel-Medaillen von Olympia 2000 in Sydney. Dies entschied der Internationale Sportgerichtshof (CAS). Die sieben Teamkameradinnen von Jones, die nun Gold über 4x400 Meter und Bronze über 4x100 Meter behalten, waren gegen die Aberkennung ihrer Medaillen durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) vor den CAS gezogen.

In ihrer Urteilsbegründung verwiesen die Richter auf die Rechtslage im Jahr 2000. "Zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele von Sydney gab es keine ausdrückliche IOC- oder IAAF-Regel, die es dem IOC erlaubt hätte, ein Teamergebnis zu annullieren, wenn eines der Teammitglieder des Dopings für schuldig befunden wurde", heißt es in der CAS-Erklärung.

Erst im Olympia-Jahr 2004 änderte der Leichtathletik-Weltverband IAAF das Reglement in diesem entscheidenden Punkt: Seitdem können auch Staffel-Medaillen aberkannt werden, selbst wenn nur ein Mitglied der Mannschaft positiv getestet wurde.

Die sieben US-Leichtathletinnen, die ihre Medaillen behalten dürfen, sind Andrea Anderson, Latasha Colander Clark, Jearl Miles-Clark, Torri Edwards, Chryste Gaines, Monique Hennagan und Passion Richardson. Marion Jones hatte dagegen zuvor schon alle fünf Medaillen verloren. Sie gab dreimal Gold und zweimal Bronze zurück. Gold verlor Jones über 100 Meter, wo es wegen der Dopingaffäre der Sydney-Zweiten Ekaterini Thanou (Griechenland) 2004 in Athen laut IOC-Entscheid keine Olympiasiegerin geben wird, sowie über 200 Meter. Dort rückte bereits Pauline Davis-Thompson (Bahamas) als Olympiasiegerin nach, Silber erhielt Susanthika Jayasinghe (Sri Lanka) und Bronze Beverly McDonald (Jamaika). Im Weitsprung rückte Tatjana Kotowa (Russland) auf den Bronze-Rang der Amerikanerin.

Marion Jones hatte nach dem Skandal um das kalifornische BALCO-Labor 2007 nach langem Leugnen angesichts belastender Fakten der Staatsanwaltschaft ein tränenreiches Doping-Geständnis abgelegt. Wegen Meineides wurde die Amerikanerin zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt, die sie während Olympia 2008 in Peking absaß.

Quelle: n-tv.de