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Eisschnelllauf / WeltcupWolf und Friesinger erfolgreich

27.01.2008, 18:48 Uhr

Anni Friesinger hat ihre Siegesserie mit dem 52. Weltcuperfolg fortgesetzt und Jenny Wolf schwebt weiter auf "Wolke 7".

Anni Friesinger hat ihre Siegesserie mit dem 52. Weltcuperfolg fortgesetzt und Jenny Wolf schwebt weiter auf "Wolke 7". Die deutschen Eis-Sprinterinnen haben in Hamar erneut die Konkurrenz deklassiert und Gold-Hoffnungen für die Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Nagano geweckt. Auch Claudia Pechstein fand auf ihrer Trainingsbahn ihr Lächeln zurück: Als Zweite über 5.000 Meter brach sie den Bann und schaffte nach sechs vierten Plätzen auf den Langstrecken endlich wieder den Sprung auf das Siegerpodest.

Sprint-Weltmeisterin Wolf ist nun der "Hattrick" im Weltcup über 500 Meter ebenso kaum noch zu nehmen wie der Team-Olympiasiegerin aus Inzell der zweite Triumph über 1.000 Meter. Im "Wikingerschiff" landete Jenny Wolf mit dem gleich zweimal gelaufenen "Flachland-Weltrekord" von 37,52 Sekunden ihre Weltcupsiege 19 und 20. Anni Friesinger stand der Berliner Rivalin nicht nach und sprintete in 1:14,81 Minuten ebenfalls zur besten Zeit einer Eisschnellläuferin außerhalb der Hochlandbahnen von Calgary und Salt Lake City.

"Dieser Vorsprung war ganz wichtig für mein Selbstbewusstsein, die alte Power ist wieder da", meinte Anni Friesinger nach ihrem fünften Saison-Sieg über 1.000 Meter erleichtert. Als stärkste Rivalinnen folgten Christine Nesbitt (Kanada) und Ireen Wüst (Niederlande) mit mehr als einer Sekunde Rückstand. "Sie war heute wieder eine Klasse für sich", meinte Teamchef Helge Jasch begeistert.

Jenny Wolf fühlt sich derzeit wie auf "Wolke 7": "Das Studium läuft prima, im Sport ist es super, privat stimmt alles - ich bin rundum glücklich", meinte die Weltmeisterin im ZDF. In Hamar war die schnellste Frau der Welt wenige Stunden zuvor der Weltelite mit ihrem Explosivstart wieder um Längen enteilt. "Diese Konstanz kann einem schon fast ein bisschen Angst machen", bestätigte Coach Thomas Schubert nach Wolfs achtem Sieg im zehnten 500-m-Rennen. Mit Sieg Nummer 20 schob sie sich auf Platz acht der Weltcup-Rangliste und hat schon Karin Kania (21 Siege) und Claudia Pechstein (24) im Visier.

"Ich bin schon ein wenig müde, eigentlich waren noch bessere Zeiten drin", blieb die 28 Jahre alte Studentin aber selbstkritisch und freut sie nun auf ihren Geburtstag, den sie "ganz in Ruhe" genießen möchte.

Zwei Wochen vor den Allround-WM in ihrer Heimatstadt ist nun offensichtlich auch bei Claudia Pechstein der Knoten geplatzt. "Es ist schon was anderes, auf dem Podium zu stehen, als ständig als Vierte daneben", meinte die fast 36-Jährige erleichtert, nachdem sie in 6:56,57 nur Weltmeisterin Martina Sablikova den Vortritt lassen musste. Die Tschechin löschte in 6:51,83 den acht Jahre alten Bahnrekord von Gunda Niemann-Stirnemann aus, während auch Daniela Anschütz-Thoms als Vierte ihre Ambitionen in Richtung WM andeutete. Für das beste Resultat der deutschen Herren sorgte der Chemnitzer Marco Weber mit Platz fünf über 10.000 Meter. Der Sieg ging an den Weltcup-Führenden Havard Bökko aus Norwegen mit Bahnrekord von 13:09,61 Minuten.

Von Frank Thomas, dpa