Der Sport-TagBayern-Drama gegen PSG: Rummenigge beklagt Regelchaos
Nach dem bitteren Aus des FC Bayern im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain hat der langjährige Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge scharfe Kritik an den Handspiel-Regeln geübt. "Unser Spiel gegen PSG hat wieder einmal gezeigt, wie groß und dringlich der Reformbedarf dieser Handspielregel ist", sagte Rummenigge im "Kicker". "Sie muss unbedingt wieder vereinfacht werden. Ich habe noch nie in einem Stadion derartige Diskussionen rund um ein Handspiel erlebt wie letzten Mittwoch. Es mag regelkonform gewesen sein, wie der Schiedsrichter entschieden hat, aber dann muss man schlussfolgern: Beim Handspiel haben die internationalen Regelhüter viel zu viele Ausnahmen geschaffen."
Der heutige Aufsichtsrat des FC Bayern ergänzte: "Der Graubereich ist mittlerweile zu groß, die Regeln sind zu schwammig, das ergibt einen zu großen Interpretationsspielraum. Eine Vereinfachung wäre im Sinne des Fußballs zwingend notwendig." Aus seiner Sicht liege ein Handspiel vor, "wenn Absicht dahintersteckt oder wenn jemand seine Körperfläche völlig unnatürlich zu seinem Vorteil beziehungsweise zum Nachteil des Gegners vergrößert. Ganz einfach."
Er führte aus: "Zu meiner Zeit gab es bei Handspiel Schwarz und Weiß - heute gibt es fast nur noch Grau. Diese Regel gehört zurück in den Schwarz-Weiß-Bereich. Sie sollte dringend reformiert werden, am besten noch vor der Weltmeisterschaft. Sonst wird es auch dort eine Flut von fragwürdigen Hand-Entscheidungen geben, die am Ende mit darüber entscheiden, wer Weltmeister wird. Und sie diskreditiert ein Stück weit den VAR, der eigentlich gut ist."