Kimmich darf nicht mit dem FC Bayern ins Teamhotel
Die Regeln sind eindeutig - wer in Bayern ein Hotel betreten möchte, muss entweder seine erfolgte Impfung gegen das Coronavirus oder seine Genesung von selbigem. Weil Joshua Kimmich als bekennender Impfskeptiker weder das eine, noch das andere kann, darf er nicht mit seinen Mannschaftskollegen vom FC Bayern ins Teamhotel. Das berichtet die "Bild", der ein Mitarbeiter des Hotels bestätigt: "Es gibt keine Ausnahmeregel. Bei uns dürfen nur Geimpfte oder Genesene ins Haus."
Der 26-Jährige hatte sich nach der Corona-Infektion von Niklas Süle in Quarantäne begeben müssen. Zwar konnte er sich inzwischen wie seine DFB- und FCB-Mitspieler Serge Gnabry und Jamal Musiala freitesten - für Gastronomie und Beherbergung gilt in Bayern allerdings inzwischen 2G. Sein Mitwirken beim nächsten Bundesliga-Spiel der Münchner am Freitagabend (20.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) beim FC Augsburg ist dadurch nicht gefährdet. Die beiden Länderspiele gegen Liechtenstein (9:0) und in Armenien (4:1) hatte er allerdings verpasst.
Berliner Derby vor ausverkauftem Haus
Das Berliner Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen Union Berlin und Hertha BSC kann vor ausverkauftem Haus stattfinden. Nach einem Bescheid der Senatsverwaltung für Inneres und Sport findet die Partie am Samstag im Stadion An der Alten Försterei (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf ntv.de) unter 2G-Bedingungen ohne Zuschauerbeschränkung statt, wie die Senatsverwaltung mitteilte. Somit können 22.011 Zuschauer die Partie des zwölften Spieltages verfolgen.
Bei einem gemeinsamen Gespräch der Staatssekretäre für Sport, Aleksander Dzembritzki, und für Inneres, Torsten Akmann, mit Vertretern der Vereine wurden die Fragen zum Infektionsschutz besprochen. Beide Klubs fordern ihre Fans auf, sich neben der 2G-Regel auch noch tagesaktuell testen zu lassen. Ebenso soll die Maske auch am Platz getragen werden, um noch mehr Sicherheit zu garantieren. Zudem wurde ein Alkoholverbot für die Partie auferlegt. Angesichts der Ausschreitungen beim Derby im letzten Dezember in Köpenick wurden auch die wichtigsten Sicherheitsfragen besprochen.
Formel-1-verrücktes Brautpaar erhält spezielle Grüße von Idol
Gleich und gleich gesellt sich gern - das gilt auch für dieses italienische Brautpaar, sowohl Braut als auch Bräutigam sind große Formel-1-Fans. Die Liebe zum Sport geht so weit, dass die Ergebnisse des letzten Rennens dem Ja-Wort vorgeschoben werden. Das erregt auch die Aufmerksamkeit ihres Idols.
Bundesliga-Profis knipsen in der WM-Qualifikation
Die südkoreanische Fußball-Nationalmannschaft hat dank zweier Bundesligaprofis den vierten Sieg in der WM-Qualifikation geholt. Der Mainzer Jae-Sung Lee (33.) und der Freiburger Woo-Yeong Jeong (79.) trafen beim 3:0 (1:0)-Erfolg gegen den Irak für die Gäste. Südkorea steht damit nach sechs Spielen mit 14 Punkten auf dem zweiten Platz in der Gruppe A. Der ehemalige Bundesligaprofi Heung-Min Son erzielte den dritten Treffer per Elfmeter (74.).
Auch Japan feierte seinen vierten Sieg und sprang in der Gruppe B auf den zweiten Platz. Die Japaner setzten sich im Oman mit 1:0 (0:0) durch und haben nun zwölf Punkte auf dem Konto. Junya Ito (KRC Genk) erzielte in der 81. Minute den entscheidenden Treffer. In Wataru Endo (VfB Stuttgart) und Ao Tanaka (Fortuna Düsseldorf) stand je ein Profi aus der Bundesliga sowie der Zweiten Liga in der Startelf der Gäste. In zwei Sechsergruppen lösen nur die ersten beiden jeder Staffel direkt das Ticket für die WM 2022 in Katar.
Medwedew wird wieder Zverevs Albtraum
Medwedew wird wieder Zverevs Albtraum
Im Kampf um die ATP Finals steht Alexander Zverev seinem Angstgegner und gleichzeitigem Titelverteidiger Daniil Medwedew gegenüber. Das Spiel entwickelt sich zu einem Krimi, bei dem der Hamburger knapp unterliegt. Nun muss er um den Einzug ins Halbfinale bangen.
"Brutale" Corona-Folgen: Neureuther sorgt sich um Kinder
Der ehemalige Ski-Star Felix Neureuther macht sich Sorgen um die Nachwuchsarbeit im Wintersport. Die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder seien "brutal" und "nicht mehr aufzuhalten", sagte Neureuther in München. Zusammen mit Bayerns CSU-Sportminister Joachim Herrmann gab Neureuther den Startschuss für das Projekt "Beweg dich schlau! Championships". Ziel der Kampagne ist es, Kinder und Jugendliche wieder zu mehr Sport und Bewegung zu animieren. Über Aktionstage an bayerischen Schulen können sich Schulklassen für "das große Finale" im Rahmen der European Championships im August 2022 im Münchner Olympiapark qualifizieren.
Nächster Zoff um Messi bei PSG?
Worte, die wohl in Paris äußerst ungern gehört wurden: "Er wird spielen und natürlich hoffen wir darauf, dass er in guter Verfassung ist." Die Aussage stammte von Lionel Scaloni. Und es ging natürlich um den bekanntesten Lionel der Welt, Lionel Messi. Scaloni, der argentinische Nationalcoach, versicherte also bereits vor dem WM-Qualifikationsspiel mit den bereits für das Turnier in Katar qualifizierten Brasilianern (0.30 Uhr in der Nacht auf Mittwoch) einen Einsatz Messis. Das hat durchaus Brisanz, denn in der französischen Liga und in der Champions League hatte der Argentinier PSG zuletzt verletzt gefehlt. Die Pariser Verantwortlichen soll schon über den Kurzeinsatz ihres Kickers, der noch nicht wie erhofft einschlug an der Seine, bei der Partie gegen Uruguay am Wochenende gewütet haben.
Krasniqi will Niederlage nicht hinnehmen: Vorwürfe gegen Präsidenten
Der WM-Boxkampf zwischen Ex-Weltmeister Robin Krasniqi und dem neuen Champion Dominic Bösel hat ein Nachspiel. Sechs Wochen nach dem umstrittenen Urteil forderte Krasniqis Management eine Neubewertung. Grund sind angebliche Unregelmäßigkeiten. Demnach soll ein bereits eingesetztes Kampfgericht aus internationalen Kampfrichtern von Boxverbandspräsident Thomas Pütz "in ein wohl passenderes Kampfgericht "geändert" worden sein", teilte Krasniqis Rechtsanwalt René-Dirk Hundertmark mit.
Krasniqi hatte Mitte Oktober in Magdeburg knapp nach Punkten gegen Bösel verloren und war damit als IBO-Champion im Halbschwergewicht entthront worden. Krasniqi hatte bereits nach dem Kampf von einem Fehlurteil gesprochen und rechtliche Schritte angekündigt. Dafür stellte ein Hauptsponsor eine Million Euro zur Verfügung.
Krasniqi-Manager Luan Dreshaj fordert eine Neubewertung. Der BDB und Pütz sollen "als lizenzierter Ausrichter und gleichzeitiger Supervisor vom Weltverband IBO eine Neubewertung des Kampfes durch fünf unabhängige Punktrichter umgehend durchführen lassen".
So einen Präzedenzfall hatte es laut Dreshaj im August 2020 gegeben, als das Ergebnis des Kampfes von Rico Müller gegen Rafal Jackiewicz korrigiert worden war.
Eigenen Tod vorgetäuscht: Ex-Schalke-Spieler verurteilt
Weil er wegen einer Lebensversicherung den eigenen Tod vorgetäuscht haben soll, hat das Landgericht Essen einen ehemaligen Profifußballer, der in der Jugend beim FC Schalke 04 spielte - unter anderem mit Manuel Neuer -, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sprach den Angeklagten und seine Ehefrau des besonders schweren Betrugs schuldig und verhängte jeweils Haftstrafen von drei Jahren und zehn Monaten, wie ein Gerichtssprecher sagte.
Der heute 35-jährige gebürtige Kongolese und seine 41-jährige Ehefrau sollen im Jahr 2015 eine Lebensversicherung über 1,2 Millionen Euro für ihn abgeschlossen und dann seinen Tod vorgetäuscht haben. Die mitangeklagte Ehefrau, an welche die Versicherungssumme ausgezahlt wurde, stritt die Vorwürfe zum Verhandlungsbeginn ab und beteuerte ihre Unschuld.
Ansonsten schwiegen die Angeklagten im Prozess zur Sache. Daher stützte sich das Gericht vor allem auf Indizien wie den Abschluss der Risikolebensversicherung nur ein halbes Jahr vor dem angeblichen Tod des Manns, die hohe Versicherungssumme zugunsten der Frau und regelmäßige Bargeldabhebungen.
Kurz nach dem Abschluss der Lebensversicherung war der Mann, der dem WDR zufolge zuletzt für den VfL Hüls in Marl spielte, laut Gericht in die Demokratische Republik Kongo gereist. Anfang des Jahres 2016 habe die Angeklagte falsche Todespapiere für ihren Ehemann vorgelegt, denen zufolge dieser bei einem schweren Verkehrsunfall in Kinshasa ums Leben gekommen sei. Nach eingehender Prüfung habe die Versicherung die Versicherungssumme an die Angeklagte ausgezahlt.
Im Jahr 2018 tauchte der jahrelang totgeglaubte Angeklagte nach Angaben des Gerichts schließlich in der deutschen Botschaft in Kinshasa auf und behauptete, zwei Jahre lang entführt worden zu sein. Dass er lebt, wurde hierzulande erst im vergangenen Jahr nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bekannt.
Jetzt sechs Fälle: Mendy wegen weiterer Vergewaltigungen angeklagt
Der französische Fußball-Nationalspieler Benjamin Mendy ist in England wegen zweier weiterer Vergewaltigungen angeklagt worden. Das gab die Staatsanwaltschaft bekannt. Morgen soll der 27-Jährige vor Gericht in Stockport bei Manchester erscheinen.
Mendy werden nun Vergewaltigung in sechs Fällen sowie ein weiterer sexueller Übergriff von vier Klägerinnen zur Last gelegt. Die Vorfälle sollen zwischen Oktober 2020 und August 2021 stattgefunden haben, eines der vermeintlichen Opfer war minderjährig.
Neben Mendy wurde ein zweiter Mann, Louis Saha Matturie, in zwei weiteren Fällen der Vergewaltigung und in einem Fall der sexuellen Nötigung angeklagt. Beide waren zwischenzeitlich in Untersuchungshaft.
Von seinem Klub Manchester City war Mendy bereits Ende August bis zum Abschluss des Strafverfahrens suspendiert worden. Sein Vertrag beim Klub von Teammanager Pep Guardiola läuft noch knapp zwei Jahre. Sein letztes Länderspiel absolvierte der Linksverteidiger im November 2019.
Alfa-Romeo-Teamchef: Zhou bringt "Mega-Push für F1"
Nun ist das letzte Cockpit für die nächste Formel 1-Saison besetzt. Alfa Romeo verpflichtet nach Valtteri Bottas auch Guanyu Zhou. Der rast momentan noch durch die Formel 2 und wird der erste chinesische Stammfahrer in der Königsklasse. Teamchef Frédéric Vasseur hofft daher auch auf neue Sponsoren.
Es läuft rückwärts: Rooney-Klub hat jetzt Minuspunkte
Zum zweiten Mal innerhalb einer Saison wird der englische Fußball-Zweitligist Derby County mit einem drastischen Punkteabzug bestraft. Wie der von Ex-Nationalspieler Wayne Rooney trainierte Verein bekanntgab, akzeptierte er einen Abzug von neun Zählern wegen eines Verstoßes gegen die Regeln der EFL (English Football Liga) für "Rentabilität und Nachhaltigkeit".
Wegen Insolvenzanmeldung waren dem ehemaligen Fußball-Meister schon im September zwölf Punkte abgezogen worden. Der Einspruch dagegen wurde abgewiesen. Nach dem Abzug von insgesamt 21 Zählern hat Derby County jetzt drei Minuspunkte, belegt abgeschlagen den letzten Platz der Championship-Tabelle.
Am Ende der Saison könnten dem Rooney-Klub sogar noch drei weitere Punkte abgezogen werden, wenn sich Derby County nicht an finanzielle Rahmenbedingungen hält, die mit der EFL für den Rest der laufenden Spielzeit vereinbart wurden. Die Möglichkeit zu einem weiteren Einspruch hat der Verein laut eigener Aussage nicht.
Bayern-Stars können raus: Quarantäne für Kimmich und Co. vorbei
Vor acht Tagen mussten die Bayern-Profis Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Niklas Süle vom DFB-Team abreisen: Verteidiger Süle wurde positiv auf das Coronavirus getestet, die anderen drei mussten als mutmaßlich bzw. bekanntermaßen ungeimpfte Kontaktpersonen ebenfalls in Quarantäne. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung konnten sich Kimmich, Gnabry und Musiala nun am Montag durch einen negativen PCR-Test freitesten. Gnabry und Musiala sollen heute wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen, Kimmich fehle wegen eines privaten Termins. Kollege Eric Maxim Choupo-Moting, der ebenfalls als Kontaktperson von Süle in Isolation musste, reiste bereits zur Nationalmannschafts Kameruns, um am Abend ein WM-Qualifikationsspiel zu bestreiten.
Ärger mit Ex-Mitarbeiter: VfB Stuttgart erspart sich Gerichtstermin
Der VfB Stuttgart und sein früherer Marketingvorstand Jochen Röttgermann haben ihren juristischen Streit beigelegt. Die beiden Parteien hätten mitgeteilt, dass sie sich "gütlich geeinigt haben", teilte das Landgericht Stuttgart mit. Der für heute vorgesehene Gerichtstermin sei daher aufgehoben worden. Zuvor hatten "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung" sowie der "Kicker" darüber berichtet. Röttgermann war im Februar vom Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten abberufen worden und hatte sich daraufhin rechtlich dagegen zur Wehr gesetzt.
Hintergrund war die Datenschutzaffäre, die den Verein schwer erschüttert hatte. Der VfB hatte in der Vergangenheit massenhaft Mitgliederdaten an einen externen Dienstleister weitergeben und dabei teils "klar rechtswidrig" gehandelt, wie der Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger damals sagte.
Eintracht-Mitarbeiter infizieren sich beim Sportpresseball
Mitarbeiter des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt haben sich beim Deutschen Sportpresseball am 6. November in Frankfurt/Main mit dem Coronavirus infiziert. Einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigte der Verein auf dpa-Anfrage. "Mit der Mannschaft hatten die Mitarbeiter keine Berührung", sagte Eintracht-Sprecher Jan Strasheim.
Beim Sportpresseball in der Alten Oper der Stadt galt die 2G-Regel (geimpft oder genesen) für die Gäste, zu denen auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier als Schirmherr zählte. Ob über die Eintracht-Angestellten hinaus weitere Gäste infiziert wurden, war zunächst nicht bekannt.
Ex-Herthaner steht vor großer Auszeichnung in der MLS
Der Berliner Hany Mukhtar ist einer von fünf Kandidaten für die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Saison in der Major League Soccer. "Nach der Saison ist das berechtigt. Aber wir haben viele gute Spieler in der Liga. Wenn ich es werde, ist es auf jeden Fall eine Ehre. Aber es ist wichtiger, wie weit wir kommen in den Playoffs", sagte der 26-Jährige zu einer möglichen Auszeichnung als MVP.
Mukhtar spielt bei Nashville SC einer bärenstarke Saison und hat mit 28 Scorerpunkten in der Hauptrunde mehr gesammelt als jeder andere Profi in der MLS. Mit Nashville belegte er in der Eastern Conference den dritten Platz und trifft in den Playoffs kommende Woche zunächst auf Orlando City.
Bericht: BVB nur noch zweite Wahl für Gladbach-Star
Bei Borussia Dortmund wird sich im Winter in Sachen Transfers einiges tun, berichtet "Sky". Denn zu den Spielern, die den Revierklub verlassen könnten, zählt offenbar nicht nur Torwart Roman Bürki, der keine Aussichten mehr auf einen Stammplatz hat. Auch ein baldiger Abschied von Mittelfeldstratege Axel Witsel stehe im Raum. Der Belgier könne sich mittlerweile einen Abschied aus Dortmund gut vorstellen, so der Sender. Zuletzt mehrten sich Gerüchte, nach denen Italiens Rekordmeister Juventus an einer Verpflichtung Interesse zeigt. Spätestens im Sommer, wenn sein Vertrag ausläuft, sei eine Trennung wahrscheinlich.
Borussia Dortmund hat für den Fall, dass Witsel den Klub verlässt, laut "Bild" schon einen potenziellen Nachfolger in der Hinterhand. So soll Borussia Mönchengladbachs Denis Zakaria der Wunschspieler des BVB sein. Der Schweizer hat bei den Fohlen nur noch Vertrag bis zum Saisonende und wäre somit ablösefrei zu haben. Der Nationalspieler, der mit der Schweiz jüngst die direkte Qualifikation für die WM schaffte, soll zu einem Wechsel in die englische Premier League tendieren. Der BVB sei nur die zweite Option, heißt es. Bis der 24-Jährige eine Entscheidung trifft, dürften dem Bericht zufolge noch einige Wochen ins Land vergehen. Vor Anfang 2022 sei nicht mit einer Wahl zu rechnen. Ab Januar darf Zakaria direkte Gespräche mit interessierten Klubs über eine Zusammenarbeit ab Juli führen.
Wegen Impfdebatte: Tennis-Star ruft zur Absage der Australian Open auf
Der australische Tennis-Star Nick Kyrgios hat inmitten der Debatte um die Einreise ungeimpfter Profis zur Absage der Australian Open aufgerufen. Das am 17. Januar 2022 beginnende Grand-Slam-Turnier sollte nach Ansicht des Weltranglisten-90. aus Respekt vor den Einwohnern Melbournes nach harten Corona-Maßnahmen nicht über die Bühne gehen. "Ich denke nicht, dass die Australian Open stattfinden sollten, schon allein wegen der Menschen in Melbourne - man muss eine Botschaft senden. Wie lange ging der Lockdown dort? 275 Tage oder so?", sagte der 26-Jährige am Dienstag in seinem Podcast "No Boundaries" (Keine Grenzen).
Kyrgios äußerte zudem unerwartete Unterstützung für den Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien), den er in der Vergangenheit häufig heftig kritisiert hat. Der Premierminister des Bundesstaates Victoria hatte erklärt, dass ungeimpfte Spieler keine Ausnahmegenehmigung zur Einreise erhalten. Dadurch ist etwa der Start von Titelverteidiger und "Impfskeptiker" Djokovic akut gefährdet. "Ich bin doppelt geimpft, aber ich finde es einfach nicht richtig, jemanden zu zwingen, sich impfen zu lassen, und zu sagen: 'Du kannst hier nicht spielen, weil du nicht geimpft bist'", sagte der Australier und nannte tägliche Tests als Alternative. Victorias Sportminister derweil widersprach Kyrgios bezüglich der Einstellung der Melburnians zu den Australian Open. "Die Menschen in Melbourne, Victoria und ehrlich gesagt alle Australier sind absolut hungrig nach großen Events", sagte Martin Pakula.
Ein Jahr vor WM: Amnesty prangert Katar an und setzt DFB unter Druck
Gut ein Jahr vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hat Amnesty International erneut die Arbeitsbedingungen für Bauarbeiter in dem Emirat kritisiert. Zwar habe Katar seit 2017 eine Reihe von Reformen eingeführt, diese würden aber "nicht angemessen umgesetzt, was bedeutet, dass die Ausbeutung weitergeht", hieß es in einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation zu einem neuen Bericht über Katar. Organisationen wie der Weltverband FIFA oder der DFB müssten handeln. "Die Ergebnisse dieses Berichtes müssen ein Weckruf sein für die FIFA und die nationalen Fußballverbände wie den DFB", sagte Katja Müller-Fahlbusch, Expertin für die Region Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International in Deutschland: "Wenn sie sich ernsthaft und nachhaltig für die Rechte der Arbeitsmigrant*innen in Katar einsetzen möchten, müssen sie mehr tun - und zwar jetzt."
Laut Amnesty könnten Arbeiter Katar trotz eines entsprechendes Gesetzes weiterhin das Land nicht einfach so verlassen oder den Arbeitsplatz wechseln, Löhne würden oft nicht oder zu spät ausgezahlt. Zudem hätten Arbeitsmigranten nach wie vor kaum Zugang zur Justiz, um Löhne einzufordern. In einer Gewerkschaft dürfen sie sich weiterhin nicht organisieren, Todesfälle würden nicht aufgeklärt, die Arbeitsbedingungen seien nach wie vor schlimm. "Katar ist eines der reichsten Länder der Welt. Seine Wirtschaft und damit auch sein Wohlstand hängen von den zwei Millionen Arbeitsmigrant_innen ab, die dort leben", sagte Müller-Fahlbusch: "Jede*r von ihnen hat ein Recht darauf, bei der Arbeit fair behandelt zu werden und Gerechtigkeit und Entschädigung zu erhalten, wenn ihre Rechte missachtet werden."
"Karriere als Nationalspieler beendet": Hamann erteilt Reus Katar-Verbot
Der frühere Fußball-Nationalspieler Dietmar Hamann würde nach heutigem Stand keinen einzigen Profi von Borussia Dortmund für die WM 2022 in Katar nominieren - auch nicht Marco Reus. Den Sky-Experten stört vor allem dessen kontrovers diskutierte EM-Absage im vergangenen Sommer. "Er hat in den sechs Monaten davor mit den besten Fußball seiner Karriere gespielt. Er wäre zur EM eingeladen worden und ich glaube auch, dass wir ihn gut hätten gebrauchen können", sagte Hamann in der Sendung "Projekt Weltmeister - Road to Qatar" und fügte hinzu: "Wenn du aus freien Stücken ein großes Turnier sausen lässt, dann ist deine Karriere als Nationalspieler beendet."
Diese Ansicht scheint Bundestrainer Hansi Flick nicht zu teilen. Er lud den 32-Jährigen bisher zu jedem Länderspiel ein. Und obwohl Reus sportlich mit jeweils zwei Toren und Vorlagen in vier Partien zu überzeugen wusste, sieht Ex-Bayern-Profi Hamann in der Personalie "nach wie vor großes Konfliktpotenzial." "Wenn er jetzt überragende zwölf Monate spielt und dann mit nach Katar fliegt, wäre das völlig okay. Dann trifft man eine kurzfristige Entscheidung", erklärte Hamann, "aber ihn jetzt schon immer einzuladen, passt für mich nicht." Auch Mats Hummels wird es laut Hamann nicht zur WM 2022 in Katar schaffen, nach seiner Meinung sei der BVB-Abwehrchef zu alt und zu langsam.
Matthäus überschwänglich: Flick auf einer Stufe mit diesem legendären Bundestrainer
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sieht sich nach den sieben Siegen der Nationalmannschaft unter Bundestrainer Hansi Flick an das Jahr 1990 erinnert, als Deutschland Fußball-Weltmeister wurde. "Wenn die Begeisterung, die jetzt schon wieder gut erkennbar ist, während der nächsten Weltmeisterschaft noch viel ausgeprägter sein wird und mit jedem Sieg größer wird, dann wird das die Spieler auch in Katar erreichen und sie zu Höchstleistungen antreiben", schreibt der 60-Jährige in seiner Sky-Kolumne. "So ging es auch uns 1990 in Italien, als wir in jedem Telefonat oder in den Medien mitbekamen, wie die Hoffnung und der Glaube an das Team in der Heimat permanent stieg", erinnert sich Matthäus.
Und noch etwas lässt ihn an seine damalige Zeit als Kapitän der Weltmeister-Elf denken. "Ich wage einen großen Vergleich und sage: Hansi erinnert mich an Franz. So wie wir 1990 Franz Beckenbauer an den Lippen hingen, wenn er zu uns sprach, so habe ich das Gefühl, dass auch diese Spieler-Generation gebannt zuhört, wenn Hansi zu ihr spricht. Alle mögen ihn, alle sind von ihm begeistert, alle laufen auch für ihn, um ein Spiel zu gewinnen." Es seien nicht nur die Spieler, die Flick vom FC Bayern kenne und die zusammen Geschichte geschrieben haben. "Es sind auch die Jungs aus Wolfsburg, Manchester, Dortmund oder Freiburg", ist Matthäus überzeugt. "Sie haben Freude, Spaß, sind zufrieden, und Hansi scheint seine Lebens-Aufgabe gefunden zu haben. Er möchte ein Wohlfühl-Umfeld, und das hatte er am Schluss bei Bayern nicht mehr."