Der Sport-TagDeutscher WM-Boykott? Bundesregierung bezieht deutlich Stellung
Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein, hat sich in der Debatte um einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 eindeutig positioniert: "Wir haben uns innerhalb der Bundesregierung verständigt, und wenn es um einen Boykott geht, sagen wir: Das unterstützen wir nicht", sagte die 44-Jährige im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
Die CDU-Politikerin verwies zum einen auf die Haltung der Bundesregierung, dass man Beziehungen wie zu den USA außenpolitisch gestalte: "Der Sport darf dafür nicht instrumentalisiert werden. Darüber hinaus findet die kommende WM ja auch nicht nur in den USA statt, sondern auch in Kanada und Mexiko." Zum anderen erwähnte Schenderlein die Debatte rund um die vergangene Fußball-WM in Katar, als die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser mit "One Love"-Binde auf der Tribüne saß und sich die deutsche Mannschaft auf dem Platz den Mund zuhielt. "Das war keine gute Situation, die da entstanden ist", so Schenderlein. In den vergangenen Wochen hatte die Debatte an Fahrt aufgenommen, angesichts der Grönland-Krise und der tödlichen Einsätze der ICE-Behörde in Minneapolis. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erklärte bereits am Freitag, dass ein möglicher Boykott "derzeit kein Thema" sei.