Der Sport-Tag

Der Sport-TagFalks gigantische Leistung endet als noch größeres Drama

18.07.2025, 07:03 Uhr

Vier Elfmeter gehalten - dennoch trottete Schwedens Torhüterin mit glasigem Blick an den Scheinwerfern und Kameras vorbei. Gelegentlich blieb Jennifer Falk stehen, stemmte die Hände in die Hüften, um dann mit brüchiger Stimme zu erklären, was eigentlich kaum zu erklären war: Das Ausscheiden nach einem Elfmeter-Drama mit neun vergebenen Versuchen (das gab's noch nie) in einem denkwürdigen EM-Viertelfinale gegen England. Falk versuchte es tapfer, fast flüsterte sie: "Leere, tausend Gefühle gleichzeitig, das ist kaum zu beschreiben."

Vier Elfmeter der Engländerinnen hatte die 32-Jährige pariert, ihren eigenen Versuch aber in den Nachthimmel von Zürich gedroschen. Hätte sie getroffen, stünde Schweden am Dienstag in Genf im Halbfinale der Fußball-EM gegen Italien. Stattdessen ging die Lotterie weiter, bis die 18-jährige Smilla Holmberg ebenfalls klar übers Tor schoss. Titelverteidiger England jubelte über ein 3:2 im Elfmeterschießen. 2:2 hatte es nach 120 Minuten gestanden.

Wie es sich anfühle, vier Elfmeter gehalten, das Spiel aber verloren zu haben, fragte ein schwedischer Reporter: "Ich habe meinen eigenen Strafstoß verschossen. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich sagen soll, es fühlt sich im Moment einfach sehr schwer an." Was sie gedacht habe, als sie den Ball auf den Elfmeterpunkt legte? "Ich dachte einfach nur, dass ich tief einatme und ihn nach links schieße - was ich nicht getan habe", presste Falk hervor. Immer wieder seufzte sie tief. Ihr 35. Länderspiel dürfte sie noch lange beschäftigen.

Quelle: ntv.de