Der Sport-Tag

Der Sport-TagLanglauf-Beben: 313 Medaillengewinner unter Dopingverdacht

04.02.2018, 12:06 Uhr
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Namen werden in dem Doping-Bericht keine genannt. (Foto: dpa)

Kurz vor den Winterspielen in Pyeongchang sorgen Enthüllungen über dopingverdächtige Blutwerte von Ski-Langläufern für Unruhe. Betroffen sind demnach 313 Medaillenträger bei Olympia und Weltmeisterschaften aus den vergangenen 16 Jahren.

  • Das ist fast die Hälfte aller Langlauf-Medaillen, die bei diesen Titelkämpfen zwischen 2001 und 2017 vergeben wurden. Das berichten die ARD-Dopingredaktion, die "Sunday Times", das schwedische Fernsehen SVT und das Schweizer Digitalmagazin republik.ch. Dem Rechercheverbund war von einem Whistleblower eine Datenbank mit rund 10.000 Bluttests von fast 2000 Wintersportlern zugespielt worden, die diese ungewöhnliche Häufigkeit verdächtiger Blutwerte dokumentieren soll.

  • Experten zufolge liegt laut einer ARD-Mitteilung die Wahrscheinlichkeit einer anderen Ursache als Doping für derartige Werte unter Topathleten bei lediglich einem Prozent. Die Daten zeigen zudem, dass mehr als 50 Ski-Langläufer auf der Qualifikationsliste für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang bei Bluttests auffällige Werte aufweisen, die nahelegen, dass sie in der Vergangenheit betrogen haben könnten und ohne Sanktion davongekommen seien.

  • Die größte Anzahl an Athleten mit verdächtigen Werten stamme aus Russland. Doch auch Loipen-Stars aus Norwegen, Deutschland, Schweden und Italien, die mutmaßlich manipuliert haben, werden mehr als 100 Medaillengewinne zugeschrieben. Der Deutsche Olympische Sportbund will keine Stellungnahme dazu abgeben. "Wir brauchen noch mehr Informationen", so DOSB-Sprecherin Ulrike Spitz.