Der Sport-TagNeue Technik überzeugt früheren deutschen Top-Schiri nicht
Der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sieht die Einführung der halbautomatischen Abseitserkennung bei der Fußball-WM kritisch. Er befürchte "durch immer mehr Technik die schleichende Entmachtung der Unparteiischen", schrieb Kinhöfer in seiner BamS-Kolumne: "Wozu werden wir in Zukunft noch Schiedsrichterassistenten an den Linien brauchen, wenn sie nicht mehr über Abseits entscheiden werden? Brauchen wir irgendwann überhaupt noch Referees im eigentlichen Sinne, wenn eh alles technisch geprüft und vermessen wird?"
Kinhöfer missfällt in diesem Zusammenhang die grundsätzliche Entwicklung bei den Schiedsrichtern. "Wir sehen ja heute schon, dass die Schiris auf dem Feld sich zum Teil kaum noch trauen, klare Entscheidungen zu treffen, weil im Hintergrund der VAR checkt und im Zweifel den Mann auf dem Feld korrigieren kann", schrieb der 54-Jährige: "Wir kommen dann immer weiter weg vom souveränen Spielleiter und hin zum Vollstreckungsgehilfen der Technik."