Der Sport-Tag

Der Sport-TagPolizei-Gewerkschaft spricht sich für "Geisterspiele" aus

08.04.2026, 14:40 Uhr
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Nach den Fan-Ausschreitungen beim Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC sieht die deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) die Vereine in der Pflicht, im Stadion Sicherheit zu garantieren. Andernfalls müssten Spiele ohne Zuschauer stattfinden, sagte Heiko Teggatz, stellvertretender Bundesvorsitzender der DPolG, im Interview mit RTL/ntv.

"Es ist eigentlich ein Skandal, dass der Sicherheitsdienst, der durch die Vereine eingesetzt wird, in den Stadien nicht dafür sorgt, dass so etwas nicht passiert. Das ist das, was ich immer sage: Wenn ein Verein nicht in der Lage ist, für Sicherheit im eigenen Stadion zu sorgen, dann dürfen solche Spiele auch nicht mehr vor Publikum ausgetragen werden. Ich spreche da ganz konkret von Geisterspielen", so Teggatz. Fußballspiele seien "eine private Veranstaltung, und diejenigen, die diese durchführen, verdienen damit Millionen, um nicht zu sagen Milliarden. Der Steuerzahler stellt sozusagen den Polizeieinsatz zur Verfügung".

Es könne nicht sein, "dass der Steuerzahler für die Fußballchaoten zahlen muss. Bei jeder anderen privaten Veranstaltung – wie beispielsweise beim Eishockey, beim Handball oder beim Schützenfest – werden Sie nicht erleben, dass ein Polizeieinsatz in dieser Größenordnung durch den Steuerzahler finanziert wird. Im Gegenteil: Da müssen die Veranstalter selbst dafür sorgen", sagte Teggatz.

Vorwürfe, die Polizei trete im Stadion zu aggressiv auf, wies Teggatz zurück. "Völliger Mumpitz. Die Polizei sorgt für Sicherheit – nämlich für die Sicherheit, die die Vereine ihren Zuschauern selbst nicht gewährleisten können. Und selbstverständlich: Wenn die Erfahrung zeigt, dass dort eine hohe Gewaltbereitschaft bei diesen Chaoten, gerade bei den Ultras, vorherrscht, dann stellt sich ein Polizist nicht mit Schirmmütze und Halbschuhen ins Stadion, sondern ist entsprechend ausgestattet, um sich auch selbst vor möglichen Angriffen aus diesen Gruppierungen zu schützen."

Quelle: ntv.de