Der Sport-Tag"Rächt sich": WM-Kapitän geht hart mit Team ins Gericht
Moritz Seider zog seine WM-Bilanz schon vor dem Vorrundenende und wählte klare Worte. "Wir haben das Turnier vorher verloren, wir haben dem Gegner viel zu viel auf dem Silbertablett präsentiert. So was rächt sich", sagte der Kapitän der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft vor dem letzten Gruppenspiel am Abend gegen den Auf- und Wiederabsteiger Großbritannien. Mit zu schwachen Leistungen und unnötigen Niederlagen zu Beginn hatte sich das Team in Zürich in eine missliche Lage manövriert, aus der es mit eigenen Kräften nicht mehr herauskam. "Jetzt stehst du da und bibberst", sagte Seider nach dem 6:2 gegen Österreich sichtlich verärgert dem SID, "das sollte nicht unser Anspruch sein."
Dass das DEB-Team am Ende auf "ein Wunder" (Torhüter Philipp Grubauer), nämlich sehr unwahrscheinliche Schützenhilfe am Dienstag, einen Tag nach seinem letzten Spiel, angewiesen ist, lag aber nicht nur an den Unzulänglichkeiten auf dem Eis. Auch Bundestrainer Harold Kreis gab kein gutes Bild ab. Dass er gegen die USA beim späten, äußerst umstrittenen Ausgleich auf eine Challenge verzichtete, weil er glaubte, er könne sie nicht nehmen, könnte am Ende der entscheidende Fehler gewesen sein. Denn mit einem Sieg gegen die schwächste amerikanische Mannschaft seit der WM 2010, als der inzwischen dreimalige Olympiasieger in Köln beinahe abgestiegen wäre, hätte die DEB-Auswahl aus eigener Kraft das Viertelfinale erreicht.