Der Sport-TagWerder-Boss spricht über peinliches Leih-"Missverständnis"
Bei Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz hat die Kritik der vergangenen Wochen Spuren hinterlassen. "Es macht was mit mir. Ich bin im 20. Jahr bei Werder. Werder ist nicht irgendein Verein für mich; ich habe eine enge emotionale Bindung", sagte Fritz im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Auf der Sachebene ist alles an Kritik okay. Doch sollte es niemals persönlich werden. Vor allem das Verstecken hinter Pseudonymen im Internet stört mich."
Der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten war während der Talfahrt des Klubs für viele Fans zum Gesicht der Krise geworden, auch weil Werder unter seiner Führung im Winter ein Fehler unterlaufen war. Fritz nahm fälschlicherweise an, dass der Verein die Anzahl von Leihspielern ausgeschöpft habe. "Es gab ein internes Missverständnis. Dann war das Thema in der Welt, und wir haben Fehler in der Kommunikation nach außen gemacht. Es lief sportlich nicht bei uns; auch deswegen wurde das Thema groß und größer", sagte Fritz, ergänzte aber: "Wäre uns im Winter dadurch etwas weggebrochen an Möglichkeiten auf dem Transfermarkt, weil wir auf dem falschen Pfad unterwegs waren, hätte ich die harte Kritik eingesteckt. Das war aber nicht der Fall. Wir konnten agieren und reagieren. Nur hat das niemand hören wollen."
Nach der Entlassung von Trainer Horst Steffen Anfang Februar und einem holprigen Start unter dessen Nachfolger Daniel Thioune fing sich Bremen zuletzt mit drei Siegen aus vier Spielen. Vor dem 28. Spieltag gegen RB Leipzig (15.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) hat Werder vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz 16.