Iranischer Nationalspieler Hashemian: keine Strafe
Nationalstürmer Vahid Hashemian hat Medienberichte über Sanktionen des iranischen Fußball-Verbandes wegen einer politischen Protestaktion zurückgewiesen.
Dem 33 Jahre alten Profi sei weder der Pass abgenommen worden noch wisse er von einem Spielverbot, wird Hashemian auf der Internetseite seines Bundesligavereins VfL zitiert. Er sei nach dem Länderspiel gegen Südkorea in der vergangenen Woche nach München gereist. "Allerdings habe ich von keinem meiner Teamkollegen gehört, dass ihm der Pass abgenommen wurde", sagte Hashemian. Auch Mitspieler Mehdi Mahdavikia ist wieder in Deutschland, sein Club Eintracht Frankfurt hatte allerdings noch keinen Kontakt zu ihm.
Sechs iranische Spieler, unter ihnen Mahdavikia und der frühere Bayern-Spieler Ali Karimi, waren in dem WM-Qualifikationsspiel in Seoul mit grünen Armbändern aufgelaufen. Grün ist die Farbe des iranischen Oppositionsführers Mir Hussein Mussawi, dessen Anhänger eine Wiederholung der Präsidentschaftswahl erreichen wollen. Die englische Zeitung "Guardian" hatte mit Verweis auf die regierungsfreundliche Zeitung "Iran" berichtet, Hashemian, Mahdavikia, Karimi und Hossein Kaabi seien suspendiert worden und die Teammitglieder hätten nach der Ankunft in Teheran ihre Pässe nicht zurückerhalten.
"Von einer lebenslangen Sperre habe ich nur aus den Medien erfahren, niemand hat mit mir gesprochen", meinte Hashemian. Der 36-fache Bundesliga-Torschütze will sich in den kommenden Tagen Gedanken über eine Fortsetzung seiner Nationalmannschaftskarriere machen. "Ich bin jetzt 33 Jahre alt, bei den nächsten Pflichtspielen wäre ich 35 - wahrscheinlich macht es dann keinen Sinn mehr", erklärte er.