Gewaltausbruch im Pokal-HalbfinaleMillwall-Fans schlagen sich blutig

Es soll um Fußball gehen, doch am Ende ist der Einzug von Wigan Athletic ins englische Pokalfinale nur ein Randaspekt. Grund sind die Schlägereien, die sich Fans des unterlegenen Zweitligisten FC Millwall im Wembley-Stadion liefern - untereinander.
Anhänger des FC Millwall haben sich während des ersten FA-Cup-Halbfinals im Wembley-Stadion untereinander eine blutige Schlägerei geliefert. Zehn Fans des englischen Fußball-Zweitligisten wurden nach der 0:2-Niederlage gegen Wigan Athletic am Samstagabend festgenommen, wie die Polizei berichtete.
Nach den Ausschreitungen in der Endphase verließen einige Anhänger die Stadionhälfte mit den rund 32.000 Lions-Fans blutend. Die BBC sprach vom ersten ernsthaften Vorfall seit der Eröffnung des neuen Wembley-Stadions 2007.
Der englische Fußballverband FA kritisierte "inakzeptable" Szenen. Der FC Millwall sprach von "Aktionen einer dummen Minderheit". Man werde nicht zulassen, dass diese die Anstrengungen untergraben, das Hooligan-Image des Clubs loszuwerden. Der Vorstandschef des Traditionsvereins aus dem Südosten Londons, Andy Ambler, kündigte lebenslange Sperren für Millwall-Partien an.
Wigans Vereinschef Dave Whelan zeigte großes Unverständnis für die Randale: Es sei ja noch nachvollziehbar, dass Millwall-Fans "mit den gegnerischen Anhängern aneinandergeraten, aber wieso verkrachen sie sich untereinander?" Das gebe dem Fußball "einen sehr, sehr schlechten Ruf".