Fußball

Nordisch by nature "Ostfriesen-Alemao" Eilts wird 50

13.12.2014, 06:15 Uhr
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"Wenn solche Typen bei dir im Team sind, hast du es ein bisschen leichter": Der Bremer Mannschaftskapitän Dieter Eilts setzt sich 1999 im Dortmunder Westfalenstadion im Spiel gegen Borussia gegen Ibrahim Tanko (r.) durch. (Foto: picture-alliance / dpa)

Nicht nur eingefleischte Werder-Fans werden sich an das wortkarge Fußballtalent mit dem trockenen Friesenhumor erinnern: Dieter Eilts, Europameister von 1996 und langjähriger Profi von Werder Bremen, vollendet an diesem Samstag sein 50. Lebensjahr.

Moin, moin, Gascoigne - es ist nicht wirklich überliefert, ob Dieter Eilts den einstigen Superstar Englands bei der EM 1996 in dessen Heimatland seinerzeit wirklich so beim Halbfinale auf dem Spielfeld begrüßt hat. Passen würde es zu dem lakonisch-wortkargen Ostfriesen, der vor 18 Jahren unter Berti Vogts Europameister und Mitglied des All-Star-Teams wurde und am Samstag (13. Dezember) seinen 50. Geburtstag feiert.

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Dieter Eilts, hier in der DFB-Jacke in seiner Zeit als Trainer der deutschen U-21-Nationalmannschaft. (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Der "Ostfriesen-Alemao", wie sein langjähriger Coach Otto Rehhagel den kantigen Abräumer gerne nannte, hat beim aktuellen Krisenklub Werder Bremen noch die sonnigeren Zeiten erlebt. Europapokalsieger 1992, zweimal deutscher Meister, dreimal Gewinner des DFB-Pokals - mit dem Abstiegskampf wird der frühere defensive Mittelfeldspieler erst jetzt konfrontiert, wenn er als Leiter der Werder-Fußballschule bei den Heimspielen auf der Tribüne mitzittert.

"Das kannst du nicht kaufen"

Heißumkämpfte Partien in denen einer wie Eilts schmerzlich vermisst wird. "Was Spieler wie Dieter hatten, kannst du nicht kaufen. Wenn solche Typen bei dir im Team sind, hast du es ein bisschen leichter", schwärmt Viktor Skripnik von gemeinsamen Zeiten im Werder-Trikot. Jetzt ist der Ukrainer als Chefcoach auch ohne den damaligen Mitstreiter gefordert, die Hanseaten aus der Abstiegszone herauszuführen.

Einer, der stets die Ruhe weg hatte und sich sogar hin und wieder vor dem Anpfiff eine Zigarette gönnte, würde den sportlich arg gebeutelten Norddeutschen in der Tat gut zu Gesicht stehen. Unruhe, Aufregung - all' das kannte der Sohn eines Bäckers als aktiver Profi nicht. "Nervös war ich nur beim Europapokal-Endspiel in Lissabon, das war wirklich etwas ganz Besonderes", erinnert sich Eilts auch nach mehr als 22 Jahren noch.

"Dann würde sie hupen"

Mit einer Trainer-Karriere im Profibereich hat der Fan von Deutsch-Rocker Heinz Rudolf Kunze mittlerweile abgeschlossen. Fünf Jahre war Eilts Nachwuchscoach beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), ein so kurzes wie erfolgloses Intermezzo in der 2. Liga bei Hansa Rostock schloss sich an. Der Vater von zwei Töchtern ist längst in die Hansestadt zurückgekehrt.

Und mit ihm der ihm eigene staubtrockene Humor. Kostproben gefällig? "Das ist, wenn man kontrolliert offensiv spielt, erklärte er einst das Rehhagel'sche geflügelte Wort von der "kontrollierten Offensive." Auch Spekulatives ist ihm bis heute ein Gräuel: "Wenn meine Oma ein Bus wäre, würde sie hupen."

Quelle: ntv.de, von Andreas Frank, SID