Chaos bei den KöniglichenReal-Boss Perez wettert auf Trump-artiger Pressekonferenz

Die Lage bei Real Madrid ist chaotisch. Für den Abend beruft Präsident Florentino Perez eilig eine Pressekonferenz ein. Tritt er etwa zurück? Ganz im Gegenteil: Der starke Mann der Königlichen arbeitet sich an der Presse ab.
Das Chaos beim spanischen Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat eine neue Stufe erreicht. Präsident Florentino Perez hat am Abend auf einer hastig anberaumten Pressekonferenz Neuwahlen angekündigt, zu denen er abermals antreten werde. Der 79-Jährige sprach von einer "Kampagne" gegen seine Person. Spanische Medien interpretieren die Neuwahlen als eine Art "Vertrauensfrage".
"Ich bedauere, Ihnen mitteilen zu müssen, dass ich nicht zurücktreten werde", eröffnete Perez die Medienrunde. Er sprach von einer "absurden Situation" und ungerechtfertigten Angriffen gegen Real Madrid und seinen Präsidenten. "Man gewinnt nicht immer - doch das akzeptieren wir nicht", sagte er.
Wie man das eigentlich sonst nur von US-Präsident Donald Trump und seinem Umgang mit Medienvertretern in den USA kennt, arbeitete Perez sich an der spanischen Presse ab - besonders an der Zeitung "ABC". Deren Berichterstattung, wonach er amtsmüde sei, "ergibt absolut keinen Sinn", schimpfte er: "Ich stehe früh auf und gehe als Letzter ins Bett. Ich arbeite wie ein Tier." An seine Kritiker gewandt, ergänzte er: "Sie werden mich nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Sie verleihen mir sogar eine enorme Energie! Sie behaupten, Madrid befinde sich im Chaos - und doch bleibt es der prestigeträchtigste Verein der Welt." Vor allem gegen die Presse holte er aus. "Journalisten denken, sie beeinflussen die Entscheidungen bei diesem Klub, weil sie denken, sie seien wichtig. Aber das ist nicht der Fall", sagte Perez.
Kein Wort zu Mourinho
"AS" berichtet über einen besonders peinlichen Fall während der PK: Perez sagte, das digitale Medium "Revelo" sei von der Tageszeitung "ABC" nur kreiert worden, um Real Madrid zu schaden. Mittlerweile gibt es "Revelo" nicht mehr. Im Anschluss diskutierte er mit einem Journalisten mehrere Augenblicke lang, von dem Perez dachte, er gehöre zu "Revelo". Der Mann arbeitet aber eigentlich laut "AS" für "ABC".
Einen "ABC"-Journalisten sprach Perez persönlich an: Wegen Rúben Cañizares werde er sein Zeitungsabo kündigen. Auch andere Medien attackierte er, gegenüber einer Reporterin vergriff er sich im Ton.
Real hatte am Sonntagabend den Clásico bei Erzrivale FC Barcelona 0:2 verloren. Damit ist klar, dass die Königlichen im zweiten Jahr in Folge keinen Titel gewinnen werden. Das gab es zuletzt 2009/10.
Im Laufe der Saison hatte sich Real vom neu eingestellten Leverkusener Meistercoach Xabi Alonso getrennt. Dessen Nachfolger Álvaro Arbeloa steht nun ebenfalls vor dem Aus. Zuletzt machten Gerüchte die Runde, wonach Pérez eine Rückkehr von Starcoach José Mourinho anstrebe, der bei Benfica Lissabon unter Vertrag steht. Gerüchte zu Spielern oder Trainern werde er aber nicht kommentieren, sagte Perez.
Auch in der Mannschaft um Weltstar Kylian Mbappé knirscht es. Zuletzt hatte eine Auseinandersetzung zwischen den Mittelfeldspielern Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni für Schlagzeilen gesorgt. Beide Profis waren mit einer Rekordstrafe in Höhe von 500.000 Euro belegt worden. Der Bauunternehmer Pérez war im Januar 2025 für eine weitere Amtszeit bis 2029 wiedergewählt worden.