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Die Mexikaner waren schon einmal von der Fifa für homophobe Rufe verwarnt worden.
Die Mexikaner waren schon einmal von der Fifa für homophobe Rufe verwarnt worden.(Foto: imago/Icon SMI)
Montag, 18. Juni 2018

Lieber "Putin" als "Puto": Mexiko-Fans beleidigen DFB-Elf homophob

Homophobe Rufe der mexikanischen Fans beim Spiel gegen Deutschland können für den Fußballverband des lateinamerikanischen Landes Folgen haben. Die Fifa sammelt mögliche Beweise.

Beim ersten Spiel Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist es zu homophoben Rufen mexikanischer Fans gekommen. Der Weltverband Fifa will vor der Entscheidung über mögliche Konsequenzen erst Berichte prüfen. Die Anhänger rufen traditionell "Puto" bei Abschlägen oder Freistößen des Gegners - so auch mehrfach beim 1:0-Sieg über das Team von Bundestrainer Joachim Löw im Moskauer Luschniki-Stadion. Das Wort ist eine homophobe Beleidigung, die Mexikaner wollen es aber anders verstanden wissen.

Der Weltverband sammele die verschiedenen Spielberichte und mögliche Beweise, darunter auch von einem Anti-Diskriminierungs-Beobachter, teilte die FIFA auf Anfrage mit. Dieser sei bei dem Vorrundenduell am Sonntag anwesend gewesen. Vor Prüfung aller Informationen gebe es keine weiteren Kommentare.

Die "Schwuchtel"-Rufe zur Beleidigung gegnerischer Spieler sind in vielen Teilen Lateinamerikas populär. Bereits bei der WM 2014 in Brasilien hatte es bei mehreren Spielen "Puto"-Rufe gegeben, berichtet "Queer.de". Das Schimpfwort, das auch "Stricher" bedeuten kann, wurde von dem Weltfußballverband nicht sanktioniert, sondern im Fußball-Kontext als "nicht beleidigend" bewertet. Zuletzt hatte die Fifa allerdings die Ausrufe bei Länderspielen mehrfach mit Geldstrafen belegt. In der WM-Qualifikation wurde Chile wegen entsprechender Verstöße der Fans gar dazu gezwungen, zwei Spiele in kleineren Stadien auszutragen als vorgesehen, heißt es im "Queer.de"-Bericht weiter.

Beim Confederations Cup 2017 in Russland war das mexikanische Nationalteam von der FIFA verwarnt worden. Die Mannschaft richtete sich anschließend in einem offenen Brief an seine Fans, mit der Bitte die Rufe einzustellen. Auch vor der Weltmeisterschaft appellierte der mexikanische Verband wieder an seine Anhänger, den Ausruf zu unterlassen. Manche Zeitungen hatten laut "Queer.de" vorgeschlagen, ersatzweise "Putin" zu rufen.

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Quelle: n-tv.de