Im Doppelpack bei Oktagon 88Jetzt übernehmen die Holzer-Brüder
Max Holzer ist einer der größten MMA-Stars Deutschlands. Nun tritt sein kleiner Bruder ins Rampenlicht. Erstmals steigen beide auf der gleichen Bühne in den Käfig.
Wladimir und Vitali Klitschko, Alexander und Mischa Zverev oder Felix und Toni Kroos. Brüderpaare im Leistungssport faszinieren viele Menschen, selbst wenn sie unterschiedlich erfolgreich sind. Im deutschen MMA-Sport starten nun Jan und Max Holzer eine gemeinsame Reise auf der großen Bühne - mit ganz unterschiedlichen Vorzeichen.
Der 19-jährige Jan Holzer wird bei Oktagon 88 (am 16. Mai auf RTL+) in seiner Heimatstadt sein Debüt in der Organisation geben und den Kampfabend eröffnen. Unter Amateurregeln trifft er auf den Berliner Paul Kulze, sein Profidebüt hat er für den Juli beim Event in Köln aber schon fest eingeplant. Den Profibereich kennt sein älterer Bruder Max bereits seit Jahren. Der 24-Jährige hat alle seine elf Kämpfe gewonnen und trifft auf den UFC-Veteranen Khalid Taha.
Beide Holzer-Brüder nehmen kein Blatt vor den Mund, sind für jeden Spaß zu haben. Beim letzten Kampf von Max warf sich Jan in ein Dinosaurierkostüm und trug seinen großen Bruder auf den Schultern zum Ring. Im Interview mit Oktagon schlagen beide aber ernste Töne an. "Tiefpunkte gibt es in diesem Sport genug, und der Alltag ist hart. Wir pushen uns gegenseitig", sagt Max über das Verhältnis zu seinem Bruder. In Jan habe er sogar jemanden, der durch seine Erfahrungen im Bodybuilding extrem viel über Ernährung wisse. Auf der anderen Seite ist Max "wie ein Coach, den man den ganzen Tag alles fragen kann", so Jan Holzer. "Wenn ich irgendein Problem habe, dann hat Max das schon erlebt und durchgestanden. Er gibt mir gute Tipps und nimmt auch den Druck raus."
Klare Ziele
Max Holzer ist derzeit einer der größten MMA-Stars in Deutschland. Vor dem Event in Hannover gab es Gerüchte, er könnte Oktagon verlassen und bei einer anderen Organisation anheuern. Letztlich entschied er sich, doch zu bleiben - natürlich zu besseren Konditionen. Für seinen jüngeren Bruder ist er dadurch auch ein Vorbild: "Man kann sich an Max ein Beispiel nehmen. Er zeigt, dass man mit Kampfsport in Deutschland Erfolg haben und ein Leben finanzieren kann."
Dass in Jan Holzer ein großes Talent schlummert, da ist sich Max sicher: "Was Jan noch nicht richtig sieht, ist, dass wir diesen Weg schon länger gehen. Ich musste erst sechs Profikämpfe gewinnen, damit ich sicher war, dass ich in diesem Sport eine Zukunft habe." Sein Bruder sei da schon deutlich weiter. Jan werde nach ein paar Kämpfen realisieren, dass Trainingsinhalte im Kampf funktionieren und dadurch "noch weiterwachsen".
Die Ziele sind bei den Holzer-Brüdern klar definiert, wenn auch mit unterschiedlichem Zeithorizont. Während Max nach seinem Kampf im Bantamgewicht (bis 61 kg) wechseln und um den Titel kämpfen will, plant Jan eher langfristig. "Ich bin noch sehr jung und kann mich in einigen Bereichen noch verbessern, aber in drei oder vier Jahren bin ich an der Spitze der Gewichtsklasse", so der kleine Bruder der im Weltgewicht (bis 77 kg) antreten will.
