Deutsches Trio beeindruckt"Silent Killer" Szabova schreibt bei Oktagon Geschichte

Mit gemischten Resultaten treten drei deutsche MMA-Kämpfer die Rückreise aus Liberec an. Was die Leistung angeht, sind sie an den Fights des Abends beteiligt. Den krönenden Abschluss setzt aber eine Slowakin.
Lucia Szabova ist die erste Championesse in zwei Gewichtsklassen bei der MMA-Organisation Oktagon. Die Slowakin bezwang im Hauptkampf in Liberec die Brasilianerin Leidiane Fernandes in der vierten Runde durch technischen Knock-out. Bei dem Event in der tschechischen Großstadt konnten auch Vertreter aus Deutschland Eindruck hinterlassen.
Szabova, mit dem Spitznamen "Silent Killer", verzog beim Einmarsch keine Miene. Die Titelträgerin im Bantamgewicht wollte nun auch im Fliegengewicht die Beste der Gewichtsklasse werden. Ihre Gegnerin drückte allerdings in der ersten Runde aufs Gaspedal. Fernandes landete einige heftige Treffer, die Szabova aber gut wegsteckte.
Ab der zweiten Runde übernahm dann Szabova das Kommando. Nach Belieben führte sie ihre brasilianische Gegnerin im Stand vor. Es dauerte bis zur vierten Runde, ehe die Slowakin den Sack zumachte: Sie drängte Fernandes an den Käfigzaun und traf mit harten Ellbogen. Die Brasilianerin clinchte, doch Szabova beförderte sie mit einem Hüftwurf zu Boden. Dabei kugelte sich Fernandes die Schulter aus und konnte nur noch die Deckung hochnehmen. Nach mehreren Schlägen brach der Referee ab - Szabova war die verdiente Siegerin.
Aslaner löst es clever
Ein echtes Feuerwerk boten Ozan Aslaner aus Paderborn und der Tscheche Vlado Lengal. Präzises, fast schon klinisches Boxen sicherte Aslaner die erste Runde. Immer wieder donnerte er Lengal den Jab ins Gesicht. Der tschechische Boxmeister hatte immer wieder dynamische Vorstöße und Schwinger im Repertoire, aber harte Treffer konnte er nicht landen. In der zweiten Runde dagegen fand Lengal seine Distanz und schickte Aslaner mit einem linken Haken zu Boden. Der Tscheche setzte nach, der Paderborner verteidigte sich nach Kräften und überstand die Runde irgendwie.
Lengal hatte in der dritten Runde seine Körner verbraucht, Aslaner seinen Stil wiedergefunden. Clever punktete er den kraftlosen Tschechen aus, der zwar auf seine Chance lauerte, aber den richtigen Moment nicht finden konnte. Der Deutsche sicherte sich damit einen starken Sieg gegen einen Lokalmatadoren.
Den Auftakt in Liberec macht der Nürnberger Umut Birdal, der gleich mal zu überraschen wusste. Eigentlich ist Birdal für seine Qualitäten im Stand bekannt, im Duell mit Alex Hutyra wechselte er aber schnell in den Clinch und landete sogar einen Takedown. Der Tscheche war ständig in der Defensive, und Birdal dominierte die erste Runde.
Die zweite Runde verlief zunächst ähnlich. Die besseren Treffer hatte Birdal auf seiner Seite, landete dann wieder im Clinch mit Hutyra. Der Tscheche nutzte die Situation allerdings, um den Deutsch-Türken auf den Boden zu ringen und war permanent mit Aufgabegriffen gefährlich. In einer unkonventionellen Seitenlage setzt Hutyra dann einen Rear-Naked-Choke an. Birdal klopfte nicht ab und verlor das Bewusstsein. Der Tscheche siegte somit durch Submission.
Ein Highlight lieferte auch Firas Daud. Der Kölner aus dem Fightclub Gelsenkirchen lieferte sich eine echte Schlacht mit Vaclav Stepan. Beide Federgewichte (bis 66 kg) waren in ihrer Karriere noch ungeschlagen - eine Null in der Bilanz musste also fallen. Daud machte in der ersten Runde enormen Druck. Der 25-Jährige brachte viele variantenreiche Kombinationen an, die Deckung beim Tschechen hielt aber zunächst Stand. Bei den Punktrichtern hinterließ das aber Eindruck. Die erste Runde ging an den Kölner.
Stepan drehte dann in Runde zwei auf. Auf die überraschenden Vorstöße Dauds war er nun eingestellt. Der Deutsche mit syrischen Wurzeln verbuchte zwar Treffer, kam aber in der ein oder anderen Situation zu spät. In der dritten Runde hatte Daud seinen Rhythmus wiedergefunden. Er hatte die härteren Hände, doch der Kampf blieb eng. Gegen Ende der Runde clinchte Stepan am Zaun und rang Daud nieder. Die Punktrichter waren sich nach 15 Minuten uneinig. Zwei sahen Stepan vorne, einer Daud. Somit ging der Sieg per Split Decision an den Tschechen.