Technik

MP3-USB-Stick Musik aus der Brusttasche

Sie passen bequem in die Hemdtasche und bieten stundenlang Musik: Rund zwei Dutzend MP3-Spieler in Form eines USB-Speicher-Sticks sind derzeit im Handel erhältlich. Im Vergleich mit der CD ist der Speicher für eine Stunde MP3-Musik auf dem USB-Stick mit rund 40 Euro wesentlich teurer.

Dennoch bieten MP3-USB-Sticks einige Vorteile gegenüber anderen tragbaren Audiospielern und bilden durchaus eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Klein, leicht und robust, fasst Christoph de Leuw von der Zeitschrift Audio die Pluspunkte für den MP3-USB-Player zusammen. Da sie keine bewegliche Mechanik besitzen, sind die feuerzeuggroßen Krachmacher unempfindlich gegen Stöße. Hinzu kommt, dass die Übertragung der Daten vom Rechner auf den Stick einfach von statten geht: Das Gerät wird an die USB-Schnittstelle gestöpselt, und die Dateien können dann wie bei einer Diskette per Drag & Drop verschoben werden.

Eine Installation von Treibern ist zumindest unter neueren Betriebssystemen wie Windows XP und Mac OS X in der Regel nicht notwendig. Unter Windows 95 kann es allerdings Probleme geben, sagt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin. Meist genügt das Aufspielen des Treibers. Allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass das Programm dem MP3-USB-Stick automatisch beiliegt.

Auch Linux-Nutzer können etwas mit den Geräten anfangen. Der USB-Stick-MP3 von Trekstor zum Beispiel wird nach Angaben des Hersteller in Lorsch von Linux unterstützt. Das gilt auch für den Joybee 100 von Benq.

Nicht zu unterschätzen ist Peter Knaak zufolge der Zweitnutzen eines MP3-USB-Sticks: Er kann auch als bessere Diskette verwendet werden. Darüber hinaus seien die Geräte bootfähig. Das bedeutet, man kann mit ihnen einen Rechner starten, sofern zuvor die entsprechenden Daten gespeichert wurden.

Wer sich ob dieser Vorteile für den Kauf eines MP3-USB-Sticks entscheidet, sollte dennoch ein paar Kleinigkeiten beachten: Obwohl zum Beispiel mittlerweile mehr als 20 Geräte auf dem Markt sind, ist die tatsächliche Auswahl nicht so groß: So hat die in München erscheinende Zeitschrift Digital.World im Testlabor herausgefunden, dass 16 Geräte im wesentlich auf zwei Basismodelle zurückgehen. Diese Geräte stammten jeweils von einem Hersteller, unterschieden sich selten in Ausstattung und Klangqualität, aber in Bezeichnung, Design und Preis.

Betrachtet man alle erhältlichen Modelle, gibt es aber doch einige Unterschiede, beispielsweise bei der Stromversorgung. Während manche Geräte durch Batterien mit Energie versorgt werden, übernehmen in anderen Modellen eingebaute Akkus diesen Job. Auch die Art und Weise, in der Akkus wieder aufgeladen werden, ist nicht immer gleich: Bei manchen Sticks kommt ein Adapter zum Einsatz. Und der USB-Stick-MP3 des Herstellers Trekstor etwa lädt den Energievorrat über den USB-Anschluss am PC wieder auf.

Die Frage Akkus oder Batterie muss auch mit Hinblick auf die Verwendung des Players geklärt werden. Zwar halten Akkus in der Regel länger. Aber wer lange in der Welt herumreist, ist mit Batterien, die fast in jedem Supermarkt nachgekauft werden können, vielleicht besser bedient, gibt Peter Knaak von der Stiftung Warentest zu bedenken.

Beim Kauf eines MP3-USB-Sticks ist auch zu überlegen, ob ein Modell mit Display gewünscht wird oder nicht. Ohne Display gibt es natürlich keine so genannten ID3-Tags - Informationen zu Titel und Interpret. Auch der Überblick über die abgespeicherten Titel hält sich so in Grenzen. Christoph de Leuw zufolge sollte die Entscheidung auch von der Größe des Speichers abhängig gemacht werden: Bei 128 Megabyte (MB) etwa, das je nach Bitrate für ein bis zwei Stunden Musik reicht, sei das Ganze auch ohne Display noch gut zu überblicken.

Die gängige Größe für einen MP3-USB-Stick sind 128 MB. Die Preise starten bei rund 75 Euro beispielsweise für den Egoman Music Disc 128 MB sowie dem Pendrive USB Drive MP3 Player und reichen bis zum Easy Music MP3-Player für 140 Euro und dem Iplant Fuze 2 für 149 Euro. Außerdem sind Geräte mit 256 MB erhältlich.

De Leuw rät Verbrauchern noch, auf die Bedienbarkeit des Players zu achten. Unterschiede lassen sich laut Digital.World zudem beim Klang ausmachen. Häufig fehle es dem Sound an Bässen. Das wiederum lasse sich in einigen Fällen mit dem Kauf höherwertigerer Kopfhörer ausgleichen.

Von Sven Appel

Quelle: ntv.de