Technik

Dicker Schutz aufs Display geklebt iPhone hinter Panzerglas sicher?

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Panzerglas kann Smartphone-Displays vor Kratzern schützen.

(Foto: kwe)

Ein Display-Schutz aus Panzerglas soll Bildschirme von teuren Smartphones zuverlässig vor Kratzern und Schlimmeren bewahren. Ob das stimmt, hat n-tv.de mit Marterinstrumenten des Alltags ausprobiert.

Smartphone-Displays halten zwar eine Menge aus, sind aber trotzdem immer noch anfällig für Kratzer. Viele Nutzer kleben deshalb Schutzfolien auf das Display, was den Touchscreen zumindest gegen Schrammen durch Schlüssel oder Münzen bewahrt. Panzerglas dagegen soll auch vor heftigen Einschlägen und Angriffen mit dem Teppichmesser schützen. n-tv.de hat sich eine Auflage aus dem Material bei der Firma PanzerGlass besorgt und auf ein iPhone 5 geklebt.

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Der Staubfussel ist auf dem Foto nicht erkennbar, man sieht aber die nicht klebende Stelle unterhalb des Home-Buttons.

(Foto: kwe)

Die Montage ist zwar nicht schwierig, hat aber trotzdem wie bei herkömmlichen Schutzhüllen seine Tücken. Zunächst muss man das Display mit dem mitgelieferten Alkoholtuch gründlich abwischen und danach mit dem ebenfalls in der PanzerGlass-Packung enthaltenen Mikrofasertuch reinigen. Danach zieht man die hintere Schutzfolie ab, platziert das Panzerglas exakt über den Bildschirm und drückt es auf. Bevor ma n die obere Folie abzieht, reibt man mit dem Mikrofasertuch Luftblasen nach außen weg.

Der Hersteller schreibt in seiner Anleitung, dass man dabei auf einem staubfreien Tisch und ohne Zugluft arbeiten soll. Wer aber schon mal versucht hat, einen Smartphone-Bildschirm auch nur für wenige Sekunden frei von Staub zu halten, weiß, dass dies sehr, sehr schwer ist.

Sauberkeit und Staubfreiheit sehr wichtig

Im Test geriet dann auch trotz größter Vorsicht ein dünnes Fusselchen zwischen Display und Schutz. Die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt dies nicht, ist aber nicht schön. Entfernen kann man Verunreinigungen nicht mehr, zieht man den Schutz wieder ab, haftet er danach nicht mehr richtig. Außerdem war das Display unterhalb des Home-Buttons offensichtlich nicht gut genug gereinigt, da dort ein schmales Stück am Rand nicht richtig haften wollte. Ist man aber etwas geduldiger als der Tester, sollte die Montage ohne Fussel und Haftprobleme klappen.

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Unter sehr starker Belastung kann Panzerglass zerbrechen, die Splitter bleiben aber an einer speziellen Schutzfolie haften.

(Foto: kwe)

Wie vom Hersteller versprochen, ist die Touchbedienung durch das Panzerglas nicht beeinträchtigt. Die Oberfläche fühlt sich auch angenehm glatt an und ist fettabweisend. Obwohl der Schutz nur 0,4 Millimeter dick ist, ist er beim iPhone aber doch noch sichtbar und am Home-Button auch spürbar. Bei anderen Smartphones mit versenktem Display und Soft-Buttons dürfte er dagegen kaum auffallen.

Test ohne Kratzer überstanden

Die kleine optische Beeinträchtigung lohnt sich aber. Denn im Test ließ sich der rund 27 Euro teure Panzerglas-Schutz weder mit Münzen, Schlüsseln oder Feuerzeugen, noch mit Schere oder Teppichmesser zerkratzen. Auch den Hammertest absolvierte der Bildschirm-Panzer mit Bravour - allerdings erst nachdem er wieder vom iPhone entfernt wurde. Das Panzerglass hätte das Display vermutlich vor oberflächlichen Schäden bewahrt, die empfindliche Elektronik kann durch heftige Schläge aber trotzdem in Mitleidenschaft gezogen werden. Man darf allerdings davon ausgehen, dass ein Smartphone-Bildschirm mit Panzerglas-Schutz einen Sturz aus Schulterhöhe auf den Bürgersteig unbeschadet übersteht.

Quelle: n-tv.de