Technik

Fernsehen aus der Telefonleitung Zusatznutzen von IPTV

Die Telekommunikationsanbieter nennen es "das Fernsehen der Zukunft": Das neue Internet-Fernsehen IPTV bahnt sich allmählich seinen Weg in die deutschen Wohnzimmer. Die neue Technik verspricht ihren Nutzern eine Reihe von Vorteilen.

Was ist IPTV?

Beim IPTV handelt es sich grob gesagt um herkömmliches Fernsehen, bei dem das Programm jedoch nicht über Antenne, Satellitenschüssel oder Kabelanschluss übertragen wird, sondern über schnelle Internetleitungen. Um Filme, Serien oder Nachrichten zu sehen, muss also kein Computer eingeschaltet werden, sondern lediglich der Fernseher.

Welche Programme bekomme ich und was benötige ich für den Empfang?

Bei den deutschlandweit bisher drei Anbietern von IPTV - Alice, Arcor und Telekom - können die Nutzer bis zu 70 frei verfügbare Sender empfangen, darunter viele öffentlich-rechtliche und private Programme. Gegen Zusatzgebühren stehen teils weitere Spartensender zur Verfügung. Für den Empfang von IPTV ist eine schnelle Internetleistung notwendig - die in manchen ländlichen Gebieten allerdings nicht verfügbar ist. Außerdem ist eine sogenannte Set-Top-Box als Empfangsgerät nötig, ähnlich wie beim Satellitenfernsehen oder dem digitalen Antennenfernsehen (DVB-T).

Welche Vorteile bietet IPTV gegenüber dem normalen Fernsehen?

Mit dem neuen Internet-TV können die Nutzer zeitversetzt fernsehen. Das heißt: Das laufende Programm kann angehalten und nach einer Pause an der gleichen Stelle fortgesetzt werden. Teils funktioniert die Set-Top-Box auch als Videorekorder, der sogar von unterwegs aus über das Internet prorammiert werden kann. Daneben haben Nutzer Zugriff auf elektronische Programmführer. Bei einer entsprechend schnellen Internet-Leitung ist es zudem möglich, hochauflösendes Fernsehen zu empfangen. Gegen Zusatzkosten können sich Nutzer Filme aus Onlinevideotheken abrufen.

Für wen lohnt sich IPTV?

Die Anbieter verkaufen IPTV in aller Regel nur im Abonnement zusammen mit einem Telefon- und Internetanschluss. Wer also bereits Telefon- und Internetkunde bei einer der Firmen ist oder über einen neuen Anschluss nachdenkt und das IPTV mit seinen Zusatzfunktionen nutzen will, für den könnte ein entsprechender Tarif interessant sein. Zudem kommt das Internetfernsehen für Nutzer in Frage, die nicht an das Fernsehkabelnetz angeschlossen sind und für den Empfang einer breiten Senderpalette keine Satelliten-Schüssel auf ihr Hausdach montieren wollen.

Wie viel kostet das Internet-Fernsehen?

Je nach Vertrag fallen monatliche Grundgebühren zwischen 30 und 80 Euro an. Damit sind dann aber auch die Kosten für unbegrenztes Online-Surfen und Festnetz-Telefonieren abgedeckt, Gebühren für einen Kabelanschluss sind nicht mehr notwendig. Derzeit gibt es im Kern zwei Vertragsmodelle mit unterschiedlichen Laufzeiten: Verträge mit monatlicher Kündigungsfrist und Zwei-Jahres-Verträge. Bei den Zwei-Jahres-Verträgen ist die Set-Top-Box in aller Regel im Preis enthalten, bei den Monatsverträgen muss sie gegen Aufpreis dazu gekauft werden.

Muss ich die vollen Rundfunkgebühren zahlen?

Ja. Laut der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) fallen die monatlichen Gebühren von derzeit 17,98 Euro an. Nur für den Fernsehempfang direkt am Computer über die Internetleitung und ohne Fernsehempfangstechnik gilt der ermäßigte Satz von 5,76 Euro.

Ist das IPTV in Deutschland schon technisch ausgereift?

Nach Angaben der Anbieter funktioniert das IPTV tadellos, Nutzer berichten allerdings teilweise von erheblichen Bildstörungen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema