UN warnt vor HungerkriseAfghanistan: 19,2 Millionen Menschen droht im Winter akuter Hunger

In Afghanistan leiden immer mehr Menschen unter Hunger.
Im Laufe des anstehenden Winters wird die Zahl der Menschen, die in dem Land am Hindukusch von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, nach UN-Angaben voraussichtlich auf 19,2 Millionen steigen. "Davon dürften fünf Millionen ein Hungerniveau erreichen, das als Notfall eingestuft wird", erklärte am Dienstag Olga Cherevko vom UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha).
"Die Zahl der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, wird voraussichtlich auf 19,2 Millionen steigen", sagte Cherevko. Unter ihnen seien auch zahlreiche Kinder. Ernährungsunsicherheit bedeutet, dass die Betroffenen keinen verlässlichen Zugang zu für ein gesundes Leben notwendigen Lebensmitteln haben. Fünf Millionen Menschen in Afghanistan würden bis April kommenden Jahres vermutlich zu Notfällen werden, was "nur einen Schritt von einer Hungersnot entfernt" sei, sagte die Ocha-Sprecherin in einer Video-Pressekonferenz von Kabul aus weiter.
Bereits jetzt ist die Situation den Angaben zufolge dramatisch: Zwischen September und Oktober seien 15,9 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen gewesen - also fast jeder dritte Afghane. Darunter hätten sich 3,4 Millionen Menschen in einer Notsituation befunden. Die von der internationalen Gemeinschaft zur Verfügung gestellten Mittel reichen laut Cherevko nicht ansatzweise aus, der Krise zu begegnen.