Kurznachrichten

CO2-Preis für Flüge wird teurerAirlines kritisieren Pläne für erweiterten Emissionshandel in Europa

08.10.2026, 13:37 Uhr
622205668
(Foto: picture alliance / SNS)

Die europäischen Fluggesellschaften sträuben sich gegen eine Ausweitung des CO2-Preises für den Luftverkehr.

Die Ausgaben für den Kohlendioxid-Ausstoß seien schon jetzt ein "wesentlicher Kostentreiber" für die Unternehmen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einer Konferenz der europäischen Fluggesellschaften in Brüssel. Die geplante Ausweitung würde diese Kosten zusätzlich erhöhen, warnte Air-France-Chef Benjamin Smith.

Hintergrund ist eine geplante Reform des europäischen Emissionshandels (ETS). Mit diesem System deckelt die EU die Menge an Kohlendioxid, die bestimmte Sektoren insgesamt ausstoßen dürfen. Darunter fällt vor allem die Industrie, aber auch ein Teil des Luftverkehrs. Die Unternehmen müssen für ihren Ausstoß CO2-Zertifikate kaufen. Die Zahl der verfügbaren Zertifikate sinkt jedes Jahr, sie werden damit teurer.

Fluggesellschaften müssen bisher CO2-Zertifikate für innereuropäische Flüge kaufen. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, den Emissionshandel auf Flüge aus der EU in andere Regionen auszuweiten, aber nur bis zu einer gewissen Entfernung. Drehkreuze wie Istanbul und Abu Dhabi wären betroffen, Langstreckenflüge in die USA oder nach China aber nicht.

Die Kommission will damit nach eigenen Angaben eigentlich für mehr Chancengleichheit sorgen. Europäische Fluggesellschaften mit Drehkreuzen in Frankfurt, Paris oder Mailand sollen keinen Nachteil gegenüber Drehkreuzen außerhalb der EU haben. Die Unternehmen widersprechen jedoch – die Erweiterung werde auch für die Europäer die Kosten und damit die Ticketpreise erhöhen.

Derzeit laufen im Europaparlament und im Rat der 27 EU-Länder die Verhandlungen über diese Vorschläge. Die Fluggesellschaften wollen erreichen, dass die Erweiterung in diesem Zuge wieder aus der Reform gestrichen wird. Sie fordern außerdem, dass die staatlichen Einnahmen aus dem Emissionshandel zu einem größeren Teil in die Förderung sauberer Kraftstoffe fließen.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales