Geplantes SpitzengesprächBenjamin Netanjahu will direkt mit Libanons Präsident Joseph Aoun sprechen

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach Angaben einer israelischen Ministerin am Donnerstag direkt mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun sprechen.
Netanjahu werde "nach so vielen Jahren des völligen Zusammenbruchs des Dialogs zwischen den beiden Ländern zum ersten Mal" mit dem Staatschef des Nachbarlandes sprechen, sagte Wissenschaftsministerin Gila Gamliel im israelischen Armeeradio.
"Hier findet ein in jeder Hinsicht historischer Prozess statt", fügte Gamliel hinzu. Durch die Verhandlungen könne die Gefahr durch die pro-iranische Hisbollah-Miliz beseitigt werden - "und nicht nur eingedämmt wie in der Vergangenheit". Israel lehnt einen Waffenstillstand mit der vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz ab, stattdessen fordert Jerusalem deren vollständige Entwaffnung.
Libanesische Behördenvertreter zeigten sich überrascht. "Uns sind keine geplanten Kontakte mit der israelischen Seite bekannt und wir wurden auch nicht über offizielle Kanäle darüber informiert", sagte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP.
Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanon am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin weitere Gespräche angekündigt, ohne Einzelheiten zu nennen.
Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte die Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.