Warnung vor RusslandDänischer Geheimdienst sieht wachsendes Risiko für Nato-Staaten

Der dänische Geheimdienst sieht eine zunehmende Gefahr eines russischen Angriffs auf einen östlichen Nato-Staat - dennoch sei ein Einmarsch in einen Mitgliedstaat in den kommenden Monaten "höchst unwahrscheinlich".
"Es gibt ein geringes, aber wachsendes Risiko, dass Russland einen begrenzten militärischen Angriff gegen ein oder gegen mehrere Nato-Länder an der Grenze zu Russland ausführen wird", sagte der Leiter des Auslands- und Militärnachrichtendienstes FE, Thomas Ahrenkiel, am Donnerstag.
Es sei jedoch "höchst unwahrscheinlich", dass Russland Interesse habe, in einen Mitgliedstaat des transatlantischen Verteidigungsbündnisses einzumarschieren, sagte Ahrenkiel. "Aber wir können es nicht ausschließen", fügte er hinzu. Ahrenkiel äußerte sich bei der Präsentation einer aktualisierten Einschätzung des dänischen Geheimdienstes zu von Russland ausgehenden Gefahren.
Einen begrenzten militärischen Angriff auf einen Nato-Staat inmitten des Ukraine-Kriegs könnte Russland nach FE-Angaben ausführen, um die europäischen Staaten dazu zu bringen, ihre militärischen Ressourcen umzulenken. Dies wäre nach den Worten Ahrenkiels ein "verzweifelter Schritt Russlands", der ebenso wie verstärkte hybride Angriffe "möglicherweise in den kommenden Monaten stattfinden" könnte.
Die militärischen Vorbereitungen auf Seiten Russlands würden allerdings "mehrere Monate Vorbereitung" erfordern, sagte Ahrenkiel. Sie wären demnach "schwer zu verheimlichen".