CreditreformDeutschland verzeichnet so viele Firmen-Neugründungen wie seit 10 Jahren nicht mehr

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Bundesweit wurden 2025 rund 183.000 Firmen neu gegründet und damit 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie am Montag aus Berechnungen des Mannheimer ZEW-Instituts und der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervorgeht. Der Anstieg gehe jedoch vor allem auf sogenannte Kleinerwerbsgründungen zurück. "Im Zuge der Wirtschaftskrise suchen viele ihr Heil in der Selbstständigkeit, oft als Solo-Unternehmer und zunächst im Nebenerwerb", sagte Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch. "In länger anhaltenden wirtschaftlichen Krisen entstehen vermehrt solche Notgründungen, wenn Arbeitsplätze wegfallen und die Wirtschaft weniger Jobs schafft."
Diese Betriebe erreichten jedoch meist keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung und würden häufig nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Dies gelte zuletzt vermehrt für Branchen wie den Handel, das Gastgewerbe und persönliche Dienstleistungen.
Gleichzeitig sank die Zahl wirtschaftlich bedeutenderer Gründungen wie von Kapitalgesellschaften oder Unternehmen mit Beschäftigten um drei Prozent. Besonders stark war das Minus im Baugewerbe und im Handel mit je neun Prozent sowie im sonstigen Verarbeitenden Gewerbe mit elf Prozent. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche waren in diesem Segment von weniger Neugründungen betroffen.
Eine Ausnahme bildeten die technologieorientierten Dienstleistungen. Hier wurde 2025 ein Zuwachs von zwölf Prozent auf insgesamt 10.500 neue Firmen verzeichnet. "Der Boom bei Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) beflügelt das Gründungsgeschehen", sagte ZEW-Forscherin Sandra Gottschalk. Die Dynamik in diesem Markt sei derzeit sehr hoch. Hantzsch warnte jedoch, dass neue digitale Technologien die Schwächen in anderen Wirtschaftsbereichen nicht ausgleichen könnten. So sei die Zahl der Gründungen in der forschungsintensiven Industrie seit Jahren rückläufig und habe sich seit 2009 auf rund 600 halbiert. Dies sei keine gute Nachricht für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
