Inflation steigt auf 3,8 ProzentEZB will mit maßvoller Zinspolitik gegensteuern

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane zufolge will die Europäische Zentralbank weiterhin mit Augenmaß auf die hartnäckig hohe Inflation im Euro-Raum reagieren. In der Geldpolitik bleibe man auf einem "mittleren Pfad" und somit bei einer maßvollen Reaktion, um die Inflation im Zaum zu halten, sagte der Ire am heutigen Montag auf einer geldpolitischen Konferenz der EZB in Frankfurt. Angesichts des Ölpreisschocks sei es umsichtig gewesen, den Leitzins im Juni und September auf aktuell 2,50 Prozent anzuheben. "Wir sind jedoch nicht an einen im Voraus festgelegten Zinspfad gebunden", fügte Lane hinzu. Die künftigen Zinsentscheidungen würden von Sitzung zu Sitzung und datengestützt getroffen.
Teure Energie hat die Inflation im Euro-Raum im September auf den höchsten Stand seit drei Jahren katapultiert. Die Verbraucherpreise stiegen um 3,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im August. Die EZB geht davon aus, dass die Gesamtinflation noch bis in die erste Jahreshälfte 2027 deutlich über ihrem Zielwert bleiben wird. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, dass die Notenbank auf ihrer Sitzung Ende des Monats die Füße stillhält und im Dezember die Zinsen weiter anheben wird.