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"Ein Nobody gegen Putin"Russisches Gericht verbietet mit Oscar ausgezeichnete Doku über Propaganda-Unterricht an Schulen

26.03.2026, 12:14 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/ZDF)

Der mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm "Ein Nobody gegen Putin" ist in Russland verboten worden.

Ein Gericht in der Region Tscheljabinsk verbannte den Film am Donnerstag von drei russischen Streamingplattformen, wie das unabhängige Nachrichtenportal Sotavision berichtete. Das Gericht monierte, der Film fördere "negative Einstellungen" gegenüber der russischen Regierung und dem Krieg in der Ukraine.

"Ein Nobody gegen Putin" basiert auf Videoaufnahmen eines russischen Lehrers, der nach Kriegsbeginn 2022 den Auftrag bekam, vorgeschriebenen Propaganda-Unterricht an seiner Schule zu dokumentieren. Nach zwei Jahren gelang es ihm, aus Russland zu fliehen und seine Videos außer Landes zu schmuggeln. Bei der Oscar-Verleihung Mitte März wurde "Ein Nobody gegen Putin" als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Das Gericht in Tscheljabinsk beanstandete nun, der Film fördere "Terrorismus" und "negative Einstellungen gegenüber der aktuellen Regierung". Wie aus einer von Sotavision verbreiteten Tonaufnahme aus dem Gerichtssaal hervorgeht, monierte das Gericht zudem die Darstellung einer weiß-blau-weißen Flagge in dem Film. Das Symbol der Proteste gegen den Krieg in der Ukraine ist in Russland als "extremistisch" verboten.

Der russische Menschenrechtsrat hatte den Filmemachern bereits in der vergangenen Woche vorgeworfen, Aufnahmen von Minderjährigen ohne Zustimmung der Eltern verwendet zu haben. Die Entscheidung aus Tscheljabinsk ist nun das erste bekannt gewordene gerichtliche Verbot des Films, der in Russland auch über illegale Plattformen verfügbar ist.

Quelle: ntv.de, AFP

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