Einschätzung der EnergieagenturFreigabe strategischer Ölreserven zeigt laut IEA bereits starke Wirkung

Die Freigabe von Öl aus den strategischen Reserven hat nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) bereits eine "starke Wirkung" gezeigt.
Die globalen Energiemärkte befänden sich nach der Schließung der Straße von Hormus in einer "extrem kritischen Phase", sagte IEA-Chef Fatih Birol am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Istanbul. Die koordinierte Reservefreigabe angesichts des Iran-Krieges ziele darauf ab, die Ölmärkte zu stabilisieren. "Wir sehen bereits eine starke Wirkung dieser Maßnahme", sagte Birol und nannte die Entscheidung "eine äußerst bedeutende Entwicklung". Eine Frage zum täglichen Umfang der Freigabe aus den Lagerbeständen lehnte er ab.
Die IEA, ein Zusammenschluss der großen Ölverbraucherländer, hatte am Mittwoch die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den weltweiten strategischen Reserven empfohlen. Es ist die bislang größte derartige Intervention. Durch sie soll einer der schwersten Ölschocks seit den 1970er Jahren abgefedert werden.
US-Präsident Donald Trump sagte, die Entscheidung werde die Ölpreise "erheblich" senken. Die Regierung in Teheran hatte dagegen gewarnt, der Ölpreis könne auf 200 Dollar pro Barrel steigen. "Denn der Ölpreis hängt von der regionalen Sicherheit ab, die Sie destabilisiert haben", sagte ein Sprecher des iranischen Militärkommandos an die Adresse der USA.
Während die USA und Israel unvermindert Ziele im Iran angreifen, haben iranische Sicherheitskräfte Tanker in irakischen Gewässern und andere Schiffe in der Nähe der wichtigen Straße von Hormus beschossen. Die Meerenge, die zwischen dem Iran und dem Oman liegt, ist vor allem für die Ölexporteure am Persischen Golf wichtig. Seit die USA und Israel am 28. Februar ihre Angriffe auf den Iran begonnen haben und dieser seinerseits Ziele in der Region attackiert, ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen.