TUI-JugendstudieEuropas Jugendliche blicken deutlich pessimistischer in die Zukunft

Junge Menschen in Europa blicken einer Umfrage zufolge inzwischen deutlich nüchterner auf ihre Zukunft.
Nur noch 25 Prozent der 16- bis 26-Jährigen in Europa glauben, dass es ihrer Generation einmal besser gehen wird als der ihrer Eltern, wie aus der am Mittwoch in Berlin vorgestellten zehnten TUI-Jugendstudie "Junges Europa" hervorgeht. 52 Prozent gehen demnach davon aus, dass sich ihre Lage verschlechtern wird.
Im Zehn-Jahres-Vergleich trübte sich der ehemals positive Blick den Angaben zufolge ein: 2026 gaben 57 Prozent der 16- bis 26-Jährigen an, optimistisch in die Zukunft zu blicken. 2017 sagten dies noch 70 Prozent. Besonders sichtbar sei der Rückgang in Deutschland, wo der Anteil der optimistischen jungen Menschen von 64 Prozent auf 52 Prozent sank.
Beim Blick auf die Demokratie zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar bleibe die Demokratie für 50 Prozent der jungen Menschen die bevorzugte Regierungsform, zugleich wächst aber unter ihnen die Unzufriedenheit damit, wie die Demokratie im Alltag funktioniert.
Nur 26 Prozent der jungen Menschen zeigen sich demnach mit der Demokratie in ihrem jeweiligen Land zufrieden. Die höchsten Zustimmungswerte verzeichnen dabei Deutschland mit 35 Prozent und Großbritannien mit 39 Prozent.
Doch der langfristige Trend zeige in vielen Ländern abwärts: In Deutschland, Frankreich, Italien und Griechenland sei der Anteil der Unzufriedenen seit 2018 gestiegen, hieß es weiter. Eine gegenläufige Entwicklung zeige sich hingegen in Polen und Großbritannien, wo junge Menschen dem Funktionieren der Demokratie positiver gegenüberstehen als vor einigen Jahren.
Die Studie zeigt darüber hinaus, dass junge Europäer Freiheit vor allem mit konkreten Lebensbedingungen verbinden. Als zentralen Aspekt von Freiheit nennen 41 Prozent der Befragten Chancengleichheit für alle Menschen. Für 36 Prozent bedeutet Freiheit, dass sie körperlich und psychisch gesund sind. Rund 29 Prozent sehen ein Leben ohne Armut als Freiheit. Ebenfalls 29 Prozent sagen, dass Freiheit für sie bedeute, reisen und leben zu können, wo sie möchten.