Bitkom-Studie zur LogistikbrancheFachkräftemangel bremst Digitalisierung bei fast drei Vierteln der Unternehmen

Der Mangel an Fachkräften bremst die Digitalisierung der deutschen Logistikbranche.
Obwohl die Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) und andere Technologien als wichtigste Antwort auf hohe Energiepreise und unterbrochene Lieferketten sehen, fehlt ihnen dazu das Personal, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Digitalverbands Bitkom hervorgeht. Demnach sehen zwar 91 Prozent der 502 befragten Logistikunternehmen die Digitalisierung als Chance. Doch für fast drei Viertel der Firmen ist der Mangel an Know-how das größte Hindernis auf diesem Weg.
Die Personalnot ist in der Branche bereits flächendeckend spürbar. 87 Prozent der Unternehmen nennen den Fachkräftemangel als eine ihrer größten Herausforderungen, direkt nach den hohen Energiepreisen. Konkret fehlen 64 Prozent der Firmen Zusteller, 55 Prozent Fahrer sowie 53 Prozent Disponenten. Auch IT-Fachkräfte sind bei fast der Hälfte der Unternehmen knapp. Lediglich vier Prozent geben an, aktuell keinen Fachkräftemangel zu haben. "Digitalisierung ist kein Nice-to-have, sondern die wichtigste Antwort auf diese Herausforderungen", sagte Bitkom-Vizepräsidentin Tanja Rückert.
Besonders deutlich wird das Dilemma beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar hat sich der Anteil der Logistiker, die KI nutzen, seit 2022 auf 51 Prozent mehr als verdoppelt. Auch sehen 55 Prozent in der Technologie ein Mittel gegen den Fachkräftemangel. Gleichzeitig geben jedoch 54 Prozent an, ihnen fehle die Expertise, um KI überhaupt in ihre Prozesse einzubinden. Entsprechende Schulungen sind selten: Nur acht Prozent der Firmen bieten sie allen Beschäftigten an, während ein Viertel sein Personal gar nicht für den Umgang mit KI qualifiziert. "Mit Lizenzen für KI-Werkzeuge ist es aber nicht getan", erklärte Rückert. "Die Beschäftigten müssen KI-Anwendungen auch verstehen und sicher einsetzen können."