Kurznachrichten

Auch Brände an Schulen gemeldetFrankreich: Rund 400 Schulen wegen gewaltsamer Schülerproteste geschlossen

02.10.2026, 11:02 Uhr
622628635 (1)
(Foto: picture alliance / SIPA)

Wegen eskalierender Schülerproteste bleiben in Frankreich am Freitag Hunderte Schulen geschlossen.

Bildungsminister Edouard Geffray sprach in einem Interview mit dem Sender France 2 von mehr als 400 betroffenen Schulen und Bildungseinrichtungen. Justizminister Gerald Darmanin sagte RTL Radio, die Proteste hätten sich zu einem Problem für die öffentliche Ordnung entwickelt.

An den Ausschreitungen sei eine "aktive und gewalttätige Minderheit" beteiligt. Teilweise sei unklar, ob es sich überhaupt um Schüler handle. "Wenn Menschen Busse angreifen und Schulen in Brand setzen, handelt es sich nicht mehr nur um eine Protestaktion", sagte Darmanin.

Seit mehreren Tagen gibt es in Frankreich landesweite Proteste von Schülerinnen und Schülern, die Lehrermangel und marode Schulgebäude kritisieren. Dabei kam es zu Ausschreitungen. Darmanin zufolge wurden rund 2000 Personen festgenommen. Etwa zwei Drittel davon seien in Polizeigewahrsam gekommen.

Nach Angaben der Behörden setzten Demonstranten am Donnerstag mindestens zwei Gymnasien in Brand. In Marseille wurden Lehrkräfte an einer weiteren Schule versehentlich mit Benzin bespritzt. In Straßburg wurde mindestens ein Auto angezündet, in Toulouse kam es zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Bereitschaftspolizei.

Bei einer Krisensitzung der Regierung hätten Geheimdienste erklärt, die Protestbewegung sei von Politikern der radikalen Linken, darunter Mitgliedern der Partei La France Insoumise (LFI), angestoßen worden, sagte eine dem Premierminister Sebastien Lecornu nahestehende Person. Der LFI-Abgeordnete Louis Boyard wies den Vorwurf zurück.

Auch im belgischen Lüttich gab es am Donnerstag Schülerproteste. Nach Berichten lokaler Medien sollen dort am Freitag alle Schulen geschlossen bleiben. Die Stadtverwaltung bestätigte dies zunächst nicht.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales