Am 21. September geplantIG-Metall kündigt bundesweiten Protest gegen Jobabbau in der Autoindustrie an

Die Gewerkschaft IG Metall hat für den 21. September bundesweite Proteste gegen Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie angekündigt.
An den Standorten von Herstellern, Zulieferern und Entwicklungsdienstleistern seien ganztägige Aktionen geplant, teilte die IG Metall am Dienstag mit. Zehntausende Beschäftigte in der Branche hätten ihren Arbeitsplatz verloren oder bangten um ihre Zukunft. Das sei ein beispielloser Angriff auf die Beschäftigung. "Es droht ein Totalschaden der deutschen Automobilindustrie", warnte die Gewerkschaft. Dagegen wollten sich die Beschäftigten wehren.
Die Krise der Automobilindustrie ist nach Ansicht der IG Metall zu großen Teilen hausgemacht. Die Vorstände hätten wichtige Entwicklungen bei der Digitalisierung und Batterietechnik versäumt sowie zu spät erschwingliche Kleinwagen angeboten. Zudem belasteten ein schwächeres China-Geschäft, US-Zölle und die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Fahrzeuge die Hersteller. Die Gewerkschaft fordert daher Investitionen in zukunftsfähige Produkte und sichere Standorte statt reiner Kostensenkungen.
Im vergangenen Jahr sank die Stellenzahl in der zweitgrößten deutschen Industriebranche um sechs Prozent oder rund 50.000 auf gut 721.000. Dabei nahmen vor allem Zulieferer tiefe Einschnitte vor. In diesem Jahr verschärfen die Autobauer mit Verweis auf die Krise der Branche, zu hohe Arbeitskosten und Überkapazitäten den Abwärtstrend. Das setzt die Zulieferer zusätzlich unter Druck.
Im Volkswagen-Konzern stehen weitere 50.000 Stellen zur Disposition, überwiegend in Deutschland. Die Sportwagentochter Porsche hat kürzlich den Wegfall von 5000 Jobs bis 2032 beschlossen. Auch der als krisenfest geltende Münchener Autobauer BMW will laut Insidern rund 8000 Stellen in Verwaltung und Entwicklung streichen. Mercedes-Benz setzt den Sparkurs nach dem freiwilligen Ausscheiden Tausender Mitarbeiter außerhalb der Produktion fort, ohne Zahlen zu nennen.