Trump droht mit ExportstoppInsider: USA setzt Deutschland zur Freigabe von Dieselreserven unter Druck

Die US-Regierung drängt Deutschland und Frankreich nach Angaben von Insidern zur Freigabe ihrer Dieselreserven und droht andernfalls mit einem Exportstopp.
US-Präsident Donald Trump will damit vor den Zwischenwahlen im November die hohen Kraftstoffpreise senken, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf drei mit den Vorgängen Vertraute berichtet. "Es ist im besten Interesse Europas, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten", sagte einer der Insider, ein US-Regierungsvertreter, zu Reuters. Einer zweiten Quelle aus einer europäischen Hauptstadt zufolge haben die USA die EU aufgefordert, in den nächsten sechs Monaten 120 Millionen Barrel Diesel freizugeben.
Dem Magazin "Der Spiegel" zufolge handelt es sich um eine zusätzliche Forderung, die über im März getroffene Vereinbarungen hinausgeht. Sie sei unter anderem Gegenstand eines Schreibens des US-Energieministeriums an das von Katherina Reiche geleitete Bundeswirtschaftsministerium in Berlin gewesen. Das Bundeswirtschaftsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. In Brüssel sei die Drohung mit Besorgnis registriert worden, hieß es demnach aus der EU-Kommission.
Der "Spiegel" zitierte den Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, mit der Einschätzung, Diesel könne sich um 20 bis 25 Prozent verteuern. Europa ist nach dem Einfuhrverbot für russische Produkte wegen des Ukraine-Krieges und Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten infolge des Krieges gegen den Iran stärker auf US-Treibstoff angewiesen. Deutschlands Abhängigkeit von US-Diesel liegt dem Bericht zufolge bei etwa fünf Prozent des Bedarfs.
Die US-Regierung ist den Insidern zufolge verärgert, weil Deutschland und Frankreich frühere Zusagen zur Freigabe von Notreserven nicht vollständig umgesetzt hätten. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hieß es dem "Spiegel" zufolge dagegen, von den im Frühjahr zugesagten Mengen sei nur ein Bruchteil abgerufen worden. US-Energieminister Chris Wright hatte zudem noch vor wenigen Tagen öffentlich betont, ein amerikanischer Diesel-Exportstopp stehe nicht zur Debatte, wie die Zeitschrift berichtete.